Anbau Laub auf Waldboden

Veröffentlicht am 12. April 2018 | von Talie

0

Dünger – Wissenswertes und Tipps zum Herstellen

Beim Anbau von Gemüse und Pflanzen jeglicher Art benötigen die Pflanzen Nährstoffe zum Wachsen, die sie der Erde über ihre Wurzeln entziehen. Da die Erde nur über eine begrenzte Menge an Nährstoffen verfügt, müssen die Reserven von Zeit zu Zeit aufgefüllt werden. Dazu eignen sich verschiedenste Dünger. Spezialdünger und universale Dünger kann man in Gartencentern und Baumärkten erwerben. Mit ein bisschen Platz kann man selbst kompostieren und hat so ebenfalls besten Dünger parat. Außerdem kann man mit Mitteln aus der Natur und dem Haushalt auch Dünger selbst herstellen. Um jetzt den richtigen Dünger für seine Zwecke zu finden benötigt man erstmal ein paar Informationen.

Das Thema Düngen kann sehr schnell sehr komplex wirken. Für die Beste Wirkung und Entwicklung wird das Zusammenspiel aus Pflanze, Boden und Dünger betrachtet. Das sollte aber nicht abschrecken! Die meisten Pflanzen sind tolerant was Schwankungen angeht und auch anpassungsfähig. Bis zu einem bestimmten Grad zumindest… Außerdem zeigen Pflanzen an was ihnen fehlt, sodass man gezielt handeln kann. Natürlich gibt es einige Speziallisten, die nur sehr schwer mit abweichenden Gegebenheiten umgehen können. Auch dafür sollen die Informationen aus dem Text Ansätze liefern, sollte die Kultivierung nicht gelingen.

Organische und mineralische Dünger

Pflanzen benötigen als Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium und Magnesium. Natürlich auch noch jede Menge andere Stoffe, aber beim Düngen möchte man meistens diese Nährstoffe zuführen. Das kann in mineralischer oder organischer Form erfolgen.

Bei mineralischen Dünger liegen die Nährstoffe direkt in einer für die Pflanzen zugänglichen Form vor. Das ist auf der einen Seite praktisch, weil die Pflanze direkt Nährstoffe zur Verfügung hat. Erkannte Mangelzustände können zudem schnell behoben werden. Auf der anderen Seite wirken diese Dünger immer nur kurz und werden schnell ausgespült. Man läuft auch schnell Gefahr zu Überdüngen. Zudem schädigt es auf längere Zeit das Bodenleben, wenn ausschließlich mineralischer Dünger verwendet wird.

Organische Dünger basieren auf tierischen oder pflanzlichen Abfällen, die im Boden von Mikroorganismen umgesetzt werden. Erst durch das Umsetzen werden die Mineralien für die Pflanzen verfügbar. Dadurch ergibt sich nach einer Anlaufphase ein gewisser Langzeiteffekt an Versorgung für die Pflanze.

Eine Kombination aus mineralischem und organischem Dünger sorgt für eine direkte Nährstoffversorgung und Langzeitwirkung. Entsprechende Dünger gibt es im Handel zu kaufen, viele geeignete Materialien fallen aber auch im Alltag an oder können gezielt gesammelt werden.

Bestandteile in Düngern, Mangel und Überdüngung

Jeder Stoff wird für gewisse Funktionen benötigt wie Wuchs, Bildung von Früchten und Blattgrün und vielen mehr.

Bei Mangel an bestimmten Stoffen reagieren die Pflanzen mit typischen Symptomen, sodass man durch gute Beobachtung feststellen kann, was fehlt und dann der Pflanze entsprechend den richtigen Dünger geben kann.

Sollte man von einem Stoff zu viel gedüngt haben, verhält es sich ähnlich. Auch dabei leiden die Pflanzen an bestimmten Symptomen, da aber durch eine Überdüngung meistens die Aufnahme von anderen Stoffen blockiert wird, ist es schwerer herauszufinden welcher Stoff zu viel gedüngt wurde.

Stickstoff (S)

Für eine gute Wuchskraft und Blattentwicklung.

Mangel: Pflanzen verkümmern und vergilben, Notreife kann einsetzen.

Überdüngung:  Pflanze wuchert, ist aufgeschwemmt und teils matschig. Anfällig gegen Schädlinge und Frost.

Phosphor (P)

Für eine gute Blüten- und Frucht- und Wurzelbildung nötig.

Mangel: wenig Blüten und Fruchtansatz. Wurzelwachstum und allgemeiner Wachstum geschwächt.

Überdüngung: Verhindert die Aufnahme anderer Mineralien und Spurenelementen wie Eisen

Kalium (K)

Für eine hohe Widerstandskraft des Gewebes gegenüber Trockenheit, Frost und Krankheiten. Gute Wurzel- und Knollenbildung und dadurch Standfestigkeit der Pflanze.

Mangel: Schwacher Wachstum. Ein vom Rand aus getriebenes Welken und Absterben von Blättern. Erhöhte Frostempfindlichkeit.

Überdüngung: Verhindert die Aufnahme anderer Mineralien wie Calcium und Magnesium.

Calcium / Kalzium (Ca)

Für starkes Gewebe und Triebkraft. Bindet Säure im Böden.

Mangel: Keimhemmung und geschwächter Wuchs. Versauerung vom Boden.

Überdüngung: Behindert die Aufnahme von Spurenelementen. Erhöhung des PH-Werts des Bodens.

Magnesium (Mg)

Für die Bildung von Blattgrün notwendig.

Mangel: Aufhellung von älteren Blättern.

Überdüngung: Verhindert die Aufnahme anderer Mineralien wie Kalium.

Wie viel Dünger brauchen Pflanzen?

Gemüsepflanzen brauchen generell mehr als Pflanzen mit Wildcharakter. Wie viel gedüngt wird, hängt aber an verschiedenen Faktoren. Um den grundsätzlichen Nährstoffbedarf zu erfassen muss zunächst betrachtet werden, wie stark sie wächst und blüht. Je stärker ausgeprägt umso höher der Bedarf. Man unterscheidet zwischen drei Kategorien:

Starkzehrer

  • Benötigt beim Einpflanzen nährstoffreiche Erde mit Langzeitwirkung
  • Während des Wachstums, Blüte und Fruchtbildung immer wieder Düngungen durchführen

Mittelzehrer

  • Benötigt beim Einpflanzen nährstoffreiche Erde
  • Eine Düngung während der Wachstumsphase
  • Sonst muss nur bei sichtbarem Bedarf der Pflanze gedüngt werden

Schwachzehrer

  • Nach Pflanzung in nährstoffreicher Erde sind keine weiteren Düngung notwendig
  • Manchmal Boden verbessernd und Nährstoffe anreichernd

Der Bedarf an Nährstoffen bzw. Tipps zur Pflege der einzelnen Arten werden häufig vom Hersteller auf den Verpackungen angegeben.

Bei der Bepflanzung von Beeten und Töpfen sollte der Nährstoffbedarf berücksichtigt werden. Zum einen damit die Pflanzen gut versorgt sind und wachsen und zum anderen damit der Boden nicht komplett ausgelaugt und unfruchtbar wird.

Wer braucht was?

Welcher Nährstoff gebraucht wird hängt am meisten von der aktuellen Verfassung der Erde ab. Aber wie so oft haben die unterschiedlichen Pflanzen auch ganz spezielle Bedarfe an Nährstoffen und auch der Lebensabschnitt der Pflanze spielt dabei eine Rolle.

Nährstoffe für verschiedene Nutzpflanzen

Alle Pflanzenarten haben ihren eigenen Bedarf an Nährstoffen, der zwischen den Arten und auch zwischen einzelnen Sorten variiert. Das kann man natürlich nicht komplett pauschalisieren, aber als Faustregel für den Gemüseanbau gelten folgende Verhältnisse:

  • Blattgemüse – Stickstoff
  • Knollen und Wurzeln – Kalium und Phosphor
  • Frucht und Blüte – Kalium und Phosphor

Nährstoffe für verschiedene Wachstumsphasen

Auch innerhalb ihres Vegetationszyklus braucht eine Pflanze zu bestimmten Zeiten erhöhte Mengen von bestimmten Nährstoffe. Das betrifft besonders die Blüten- und Fruchtbildung, für die vermehrt Phosphor und Kalium gebraucht wird.

Der Bedarf an Dünger für den Boden

Von der Beschaffenheit des Bodens hängt ab wie gut Nährstoffe gespeichert werden. Sandige Böden waschen sich deutlich schnell aus als solche mit einem hohen Lehm und Ton anteil.

Wie der Zustand und die Nährstoffdichte eines Bodens ist zeigt sich grob durch die vorhandene Vegetation.

Ein paar Beispiele:

  • Ackerschachtelhalm auf ton- und mineralstoffreichen Boden
  • Ehrenpreis auf basischen, nährstoffreichen Boden
  • Kleinblütige Knopfkraut auf sauren, stickstoffhaltigen Boden
  • Ampfer auf verdichteten, überdüngten Boden
  • Kriechender Hahnenfuß auf Boden mit Staunässe

Um eine sichere Aussage über den Zustand des Bodens zu treffen sollte man über einen Bodentest nachdenken. Bodentests können unterschiedlich ausführlich sein. Für die Versorgung an Nährstoffen ist es wichtig die Zusammensetzung im Boden zu kennen. Solche Tests können in der Regel nur von speziellen Laboratorien durchgeführt werden, nachdem man ihnen Bodenproben einschickt. Anhand der Analyse kann man gezielte Düngungen ansetzen. Häufig werden auch Düngeempfelungen vom Labor auf Basis der Ergebnisse mitgegeben.

Der pH-Wert

Ein weiteres wichtiges Merkmal, der für die Aufnahme der Nährstoffe wichtig, ist der pH-Wert. Dieser kann von sauer, über neutral, bis hin zu basisch sein. Manche Pflanzen tolerieren nur einen bestimmten pH-Wert. Das Gute ist, dass man den Wert auch selber recht preisgünstig ermitteln kann. In Baumärkten und Gartencentern gibt es Tests zu erwerben.

Einteilung pH-Wert:

  • Die pH-Wertskala geht theoretisch von 0 – 14
  • Bei 7 ist pH-Wert Neutral
  • Bei einem Wert kleiner als 7 spricht man von sauren Boden
  • Bei einem Wert größer 7 spricht man von einem basischen, oder alkalischen Böden

Je nach Ergebnis sollte man seine Pflanzen auswählen. Ist sie nicht für den ermittelten pH-Wert tolerant wird sie mit hoher Wahrscheinlichkeit früher oder später eingehen. Der pH-Wert des Bodens kann aber durch verschiedene mittel auch verändert werden. Ein Beispiel ist das kalken von sauren Böden zum Anheben des pH-Wertes.

Wie düngen? Mit festen oder flüssigen Dünger?

Für die unterschiedlichen Dünger gibt es jeweils passende Einsatzmöglichkeiten. Bei falschen Einsatz erreicht man nicht die gewünschte Wirkung, sondern die Nährstoffe verpuffen und erreichen die Pflanze erst gar nicht. Im schlechtesten Fall schadet man sogar der Pflanze.

Feste Düngemittel

Einige feste Düngemittel sind dazu da sie direkt mit der Erde zu Vermengen. Dazu zählen eher feine Materialien, wie verschiedene Mehle und Spänen. Sie sollen manchmal neben den Nährstoffen noch die Fähigkeit Wasser zu halten verbessern bzw. abmildern, oder sie sollen den pH-Wert regulieren. Feste Dünger können beispielsweise in Form von Mehlen, Körnern und Granulaten im Handel erworben werden. Es kann auch gezielt im Alltag gesammelt und zu Dünger verarbeitet werden. Kaffeesatz und Eierschalen sind ein Beispiel für mögliche Düngemittel.

Im Handel lassen sich auch sehr spezielle Dünger kaufen wie beispielsweise Düngestäbchen für Balkonkästen. Sie haben ein spezialisiertes Einsatzgebiet und es sollte nach Angaben der Hersteller verwendet werden.

Mulchen

Teilweise wird der Boden auch durch Mulchen gedüngt. Hauptsächlich wird gemulcht um Böden vor dem austrocknen zu schützen und das wachsen von Beikräutern zu verhindern bzw. offene Erdstellen abzudecken. Je nach Wahl des Materials erhält man allerdings einen sehr langsam wirkenden Dünger. Das gilt aber nicht für alle Materialien. Im Gegenteil! Manches Mulchmaterial, wie Rindenmulch, entzieht dem Boden noch Nährstoffe. Auch hier bietet der Handel, der Haushalt und auch die Natur verschiedene Optionen zum Mulchen mit Düngeeffekt.

Flüssigdünger

Flüssige Dünger sind dazu gedacht den Pflanzen schnell Nährstoffe zukommen zu lassen. Die Nährstoffe sind bereits gelöst und können gezielt an den Wurzeln gegossen werden und er muss nicht weiter eingearbeitet werden. Im Gartencentern und Baumärkten gibt es auch hier eine Vielzahl von speziellen bis Allrounder Düngern in flüssiger Form. Auch im Haushalt und in der Natur gibt es wieder gut geeignete Rohstoffe um flüssige Dünger in Form von Jauchen oder weniger intensiv riechende Tees und Auszügen selbst herzustellen.

Kopfdüngungen

Mit den flüssigen Düngemitteln lassen sich besonders gut sogenannte Kopfdüngungen durchführen. Dabei wird die Pflanze direkt am Boden an ihren Wurzelballen gegossen. Die schnell verfügbaren Nährstoffe sollen so direkt aufgenommen werden können.

Trotz des Namens mögen es die meisten Pflanzen nicht direkt am Kopf gedüngt zu werden. Bei der Düngung sollte gut darauf geachtet werden, dass die Blätter der Pflanze nicht benetzt werden. Besonders bei starken Sonnenschein führt das sonst dazu das die Blatter verbrennen.

Kopfdüngungen können grundsätzlich auch mit festen Materialien wie Kompost gegeben werden. Dabei wird eine dünne Schicht Erde abgetragen und dann mit Kompost aufgefüllt.

Der passende Zeitpunkt

Ziel ist es, beim Starten einer Kultur den Pflanzen schon für einige Zeit die richtigen Nährstoffe zur Verfügung zu stellen. Außerdem benötigt sie während der unterschiedlichen Lebensphasen die passenden Dünger. Treibt die Pflanze beispielsweise gerade Blüten, kann sie zusätzliche Nährstoffe gut gebrauchen. Für die richtige Versorgung sollte grundsätzlich auch zum richtigen Zeitpunkt gedüngt werden. Es nützt zum Beispiel wenig im Winter zu düngen, wenn die Pflanzen keine Nährstoffe aufnehmen. Dann kann die Düngung auch schädlich sein, denn die Wurzeln könnten bei zu hoher Feuchtigkeit faulen.

Frühjahr 

Im Frühjahr, bei der Bodenvorbereitung und beim Einpflanzen, wird eine Grundversorgung an Nährstoffen angelegt. Dabei kommen länger wirkende Dünger zum Einsatz.  Bei Gartenpflanzen mit höheren Ansprüchen oder auch nicht ganz optimalen Standorten kann zusätzlich schnell wirkender Dünger mitverwendet werden.

Gut geeignete Dünger sind aus organischem Material, wie z.B. Kompost oder abgelagerter Stallmist. Außerdem eignen sich manche Küchenabfälle, wie Kaffeesatz, auch unkompostiert.

Wachstums- und Blühphase

Während der Wachstumsphase hängt der Bedarf an Dünger von verschiedenen Faktoren ab. Starkzehrer bekommen pro Vegetationszyklus 3 – 4 Düngungen. Meistens wird hier zu rasch wirkenden Flüssigdüngern (als Kopfdüngung) gegriffen, da ein einarbeiten von festen Materialien die Pflanzen beschädigen könnte.

Herbst

Im Herbst ist der nochmal ein guter Zeitpunkt um Nährstoffe wie Phosphor, Kalk und Kalium anzuwenden. Bei guten Böden ist diese Düngung im Herbst nicht nötig. Bei nährstoffärmeren Böden kann man aber noch eine Düngung vornehmen. Aber selbst bei nährstoffarmen Böden reicht eine Düngung alle 2 – 3 Jahr aus. Geeignet sind organische, feste Materialien wie reifer Kompost oder Mist. Auch im Handel gibt es geeignete Präparate wie Kalk oder Thomasmehl.

Wenn es auf den Winter zugeht ist es auch ein guter Zeitpunkt den Boden zu Mulchen.

Witterungsverhältnisse wirken sich ebenfalls aus

Zum einen ist der richtige Jahresabschnitt für eine gute Düngung wichtig. Zudem ist auch eine gute Witterung vorteilhaft. Stimmen die Verhältnisse von Wind, Wasser und Licht nicht, verpuffen die Anstrengungen teilweise ohne nutzen oder schädigen der Pflanze.

Grundlegend sollte man folgende Regeln beachten:

  • Stäubende Düngemittel nur bei Windstille anwenden.
  • Mineralische Dünger nur auf Feuchte Böden streuen.
  • Blumen nicht bei praller Sonne düngen. Besser früh morgens, abends oder an trüben Tagen.

Dünger direkt aus dem Haushalt und Draußen gesammelt

Auch im Haushalt fallen viele Stoffe an, die als Dünger verwendet werden können. Man muss nur darauf achten nicht mit Pestiziden belastete Mittel aus dem Haushalt zu wählen. Optimal ist natürlich ein Komposter, in dem man so gut wie alles umsetzen kann. Hat man nicht das Glück einen zu besitzen, können einige Mittel aber auch ohne große Bearbeitung weiterverwendet werden.  Und in der Natur finden sich natürlich auch einige Wildkräuter, die besonders hohe Konzentrationen an Nährstoffen aufweisen. Bei manchen muss etwas mehr Aufwand betrieben werden, für einen guten Dünger. Einiges lässt sich aber auch ganz leicht herstellen.

Einfache Optionen aus dem Haushalt

Kaffeesatz

Er enthält viel Phosphor und Kalium. Außerdem versorgt er die Pflanzen mit Stickstoff.

Gut getrocknet findet Kaffeesatz viele verschiedene Anwendungsmöglichkeiten. Er kann mit Substrat vermengt verwenden, dem Gießwasser zufügen oder direkt als Anzuchtmaterial verwendet werden. Allerdings ist Kaffeesatz häufig sauer und senkt den pH-Wert des Bodens ab, was beim Einsatz berücksichtigt werden muss.

Eierschalen

Sie bestehen zum größten Teil aus Kalk, einer Verbindung, die Calcium enthält.

Die Schalen, die im Alltag anfallen, können sehr gut genutzt werden. Sterilisiert und zerkleinert werden sie dem Substrat hinzugefügt. Der Kalk der Eierschalen setzt die Säuren im Boden um und das Calcium wird verfügbar für die Pflanzen. Die Eierschalen werden deshalb auch zum anheben des pH-Werts des Bodens verwendet.

Zerkleinerte Eierschalen können richtig verwendet auch genutzt werden, um Schnecken fern zu halten.

Bananenschalen

Wie auch in der Banane, ist in Bananenschalen viel Kalium.

Getrocknet kann es gesammelt und zum Beispiel als Mulchmaterial verwendet werden.

Zwiebelschalen

Zwiebelschalen sind reich an verschiedenen Mineralien. Calcium, Kalium und Magnesium steckt in der Schale.

Sie kann grob zerkleinert dem Substrat hinzugefügt werden oder Mulchmaterial ergänzen. Aber auch in flüssiger Form können sie eingesetzt werden, indem die Zwiebelschalen zu einer Jauche, Brühe oder Tee verarbeitet werden.

Zwiebelschalen können auch vorbeugend gegen Bakterien und Pilzkrankheiten eingesetzt werden.

Möglichkeiten aus der Natur

Im Prinzip kann man aus allen möglichen Wildkräutern gute Düngemittel herstellen. Besonders beliebt unter den Hobbygärtnern sind zum Beispiel Brennnesseln, Beinwell, Ackerschachtelhalm und Löwenzahn.

Brennnessel

Die Brennnessel ist ein Anzeiger für stickstoffreiche Plätze und enthält auch viel Stickstoff, der anderen Pflanzen zugutekommt.

Man kann sehr gut eine Jauche, Brühe oder einen Tee aus der Brennnessel herstellen. Die älteren Blätter können als Mulchmaterial verwendet werden.

Brennnesseljauche wehrt außerdem Blattläuse und Spinnmilben ab.

Beinwell

Beinwelljauche ist gut für Calcium, Kalium, Silizium und Magnesium. Außerdem ist er reich an Stickstoff

Man kann aus ihm eine Jauche, Brühe oder Tee kochen. Aber er ist auch gut als Mulchmaterial und außerdem als Kompostaktivator zu nutzen.

Dünger selbst herstellen

Während man heute oft auf fertige Präparate zurückgreift, war es früher Gang und Gebe seine Pflanzen durch selbst hergestellte Düngemittel zu versorgen. Natürlich funktionieren gekaufte Dünger bei richtigem Einsatz sehr gut. Anstatt zu lernen wie diese richtig eingesetzt werden, kann man aber auch lernen selbst Dünger herzustellen.

Die Möglichkeiten sind dabei so vielseitig, wie bei gekauften Präparaten. Sowohl feste als auch flüssige Dünger können einfach hergestellt werden.

Mulchmaterial

Das Material muss in der Regel nur gesammelt und grob zerkleinert werden. Bei Bedarf, wie bei Bananenschalen, wird es zerkleinert und dann an der Sonne durchgetrocknet.

getrocknete Bananen- und Zwiebelschalen

Substratzusätze

Bei Bedarf muss das Material ebenfalls zerkleinert werden und dann gut mit der Erde vermengt werden.

Eierschalen als Zusatz im Substrat zum Kalken und Düngen

Da an Eierschalen häufig Salmonellen haften können, wird inzwischen vom Düngen mit Eierschalen teilweise abgeraten. Die Salmonellen können durch Fliegen von der Oberfläche der Eierschalen auf Lebensmittel übertragen werden. Im Boden können sie ebenfalls überleben und so über die Gemüsepflanzen eventuell wieder in die Küche gelangen.

Fest steht, dass auf rohen Eierschalen Salmonellen sehr lange Zeit überleben. Dadurch das ein Großteil der Hühner mit Salmonellen infiziert ist, ist die Gefährdung dadurch grundsätzlich gegeben. Das muss einen nicht abschrecken, man muss nur richtig damit umgehen!

Wogegen Salmonellen empfindlich sind, ist eine hohe Temperatur. Deshalb sollten die gesammelten Eierschalen vor weiterem Gebrauch erstmal sterilisiert werden. Zunächst sollte beim Sammeln darauf geachtet werden, dass die Eierschalen nicht offen liegen, damit die Übertragung durch beispielsweise Frucht- bzw. Obstfliegen nicht erfolgt. Zum Sterilisieren können die Schalen einfach beim nächsten Mal mit in den Backofen. Bei über 180°C sollten sie für mindestens eine halbe Stunde mitgebacken werden. Nach dem Abkühlen werden sie gut zerkleinern und dann dem Substrat untergemischt.

Jauchen

Ja… es steckt schon im Namen. Diese Dünger sind zum einen reich an Nährstoffen, aber auch reich an schlechtem Geruch. Jauchen werden durch die Gärung von den verwendeten Pflanzenteilen erzeugt. Mit ein paar Hilfsmitteln kann man den Geruch zumindest im Zaum halten.

Favoriten für Jauche, Brühe oder Auszüge: Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn, Schachtelhalm, Schafgarbe und Wermut

benötigte Materialien:

10 L Wasser (Am besten Quell oder Regenwasser)

1 kg frische oder 200 g getrocknete Pflanzenteile

  1. Eimer mit Kräutern füllen
  2. Wasser zugeben und gut umrühren
  3. Täglich gut umrühren, damit Luftsauerstoff den Gärungsprozess unterstützen kann
  4. Eventuell gelegentlich mit einer Handvoll Gesteinsmehl bestäuben, zur Geruchsbindung
  5. Nach 2 – 3 Wochen ist die Gärung abgeschlossen. Das ist sichtbar zu erkennen daran, dass die Jauche nicht mehr schäumt und klar wird. Sie sollte eine dunkle Farbe besitzen.
  6. Die Jauche sieben und von Pflanzenresten befreien.
  7. Vor dem Einsatz die Jauche mit Wasser verdünnen

Im Verhältnis von 1:10 bis 1:20 werden die Starkzehrer in der Hauptwachstumsphase unter den Pflanzen direkt an den Wurzeln gegossen.

Möchte man Schwachzehrer und Jungpflanzen damit gießen, sollte die Jauche mindestens auf 1:20 verdünnt werden.

Um vorbeugend gegen Pilzkrankheiten und schädlichen Insekten zu wirken, werden Jauchen stark verdünnt auf über 1:50 verdünnt und dann auf die Nutzpflanzen gesprüht. Die Pflanzen dürfen allerdings nur dann besprüht werden, wenn keine starke Sonnenstrahlung die Blätter verbrennen kann.

Ansonsten sollte darauf geachtet werden, die Blätter nicht mit der Jauche zu benetzen und sie gegebenenfalls abzusprühen, falls sie was abbekommen haben.

Brühen bzw. Tee

Brühen und Tees sind eine Alternative zum ansetzten von Jauchen, der Nährstoffgehalt ist allerdings deutlich geringer. Dafür lassen sie sich recht unkompliziert herstellen.

benötigte Materialien:

3 L Wasser (Am besten Quell oder Regenwasser)

300 g frische Pflanzenteile

  1. Kraut grob zerkleinern
  2. Topf vollständig mit Kräutern füllen
  3. Wasser zugeben und 4 Stunden einweichen lassen
  4. Wasser mit Kräutern aufkochen
  5. Die Brühe / den Tee absieben

Die hergestellten Brühen sind nicht so konzentriert wie die Jauchen und müssen nur leicht verdünnt werden.

Vorbeugend gegen Pilzkrankheiten und schädlichen Insekten kann auch die Brühe bzw. der Tee verwendet wirken, wenn er Beispielsweise aus Zwiebelschalen gekocht wurde. Dazu wird der Tee verdünnt auf 1:20 und dann auf die Nutzpflanzen gesprüht. Auch beim Besprühen mit dem Tee oder der Brühe sollte darauf geachtet werden die Pflanze nicht starker Sonnenstrahlung auszusetzen, da sie dann verbrennt.

Auszüge von Kräutern

Da bei Brühen und Tees Energie benötigt wird, kann man eine weitere gute Alternative zur Herstellung des eigenen Düngers wählen.

Bei Auszügen werden die Kräuter einfach über einen längeren Zeitraum in Wasser gegeben ohne zu erhitzen. Über Zeit laugt das Wasser die Kräuter aus. Im Prinzip ähnlich wie bei der Jauche, nur das man es nicht so lange ziehen lässt, damit es nicht gärt und der Geruch nicht übel wird. Auch der Auszug ist dadurch nicht so Konzentriert wie die Jauche, aber sie stinkt eben auch nicht.

Fazit zum selbst hergestellten Dünger

Mit dem eigens hergestellten Dünger zu arbeiten kann eine sehr spannende Tätigkeit sein. Gerade aus Kräutern lässt sich vieles verschiedenes herstellen. Dabei kann man sehr gut auf die Kräuter, die im Umfeld wachsen zurückgreifen und nicht extra welche einkaufen. Bei den hergestellten Düngemitteln kann man auch ein wenig experimentieren was den Pflanzen gut bekommt oder sich gut gegen Schädlinge bewährt. So kreiert man über zeit seine ganz eigenen Mischungen. Man sollte allerdings seine neuen Kreationen zunächst in kleinen Dosen und verdünnt testen.

 

Quellen:

Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Salmonellen


Autoreninfo

Avatar

Ich bin gelernte Betriebstechnikerin mit grünem Herzchen. Ich liebe es in der Natur unterwegs zu sein und alles Mögliche zu sammeln. Es tut mir gut und zeigt mir den Wert von Ressourcen, die wir als selbstverständlich hinnehmen. Das überträgt sich auch auf meinen Haushalt. Ich möchte gerne nachhaltiger leben und denke, dass es vielen so geht wie mir…. Deshalb gibt es auch „Grüner Geht Immer“, wo ich alle meine Erkenntnisse teilen möchte. 😊



Kommentarfunktion geschlossen.

Back to top ↑