Bienen

Veröffentlicht am 22. Mai 2018 | von Talie

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Nisthilfen für Wildbienen aus gesammelten Zweigen

In der Natur werden abgestorbene Stängel gerne von einigen Wildbienen als Nistplatz genutzt. Jede Biene benötigt allerdings einen abgebrochenen Zweig um Zugang zum inneren zu haben oder einen Hohlraum.  Sowas wird im eigenen Garten oft entfernt, aber die Zweige könnten für den Bau von Nisthilfen verwendet werden. Den Bienen tut man damit einen großen gefallen, denn natürliche Plätze werden nicht leichter zu finden. Für einem selbst bietet es die Möglichkeit gefahrlos die Bienen zu beobachten. Wildbienen, die einzeln Nisten, sind nicht aggressiv, wenn man sich dem Nest nähert. Honigbienen verteidigen im Gegensatz dazu ihre Bienenstöcke, weswegen man sich nicht einfach einem Stock nähern sollte.

Nisthilfen für Wildbienen aus dem richtigen Material

Viele Wildbienen sind einfach nur auf der suche nach einem länglichen Hohlraum. Für sie eignen sich die hohlen und vorher ausgehöhlte Zweige gut. Manche Wildbienen bevorzugen aber noch gefüllte Stängel und höhlen diesen dann lieber selber aus.

Die Äste und Zweige vom Holunder, Brombeere und Flieder bieten für Wildbienen einen guten Platz. Sie sind mit einem weichen Mark gefüllt. Dieses Mark kann die Biene (und man selbst) recht leicht entfernen. Außerdem können Bambusstöcke und Schilfhalme gut verwenden werden. Sie sind schon hohl, bzw. beim Bambus muss man nur teilweise noch etwas rauskratzen.

Überhaupt nicht geeignet sind Materialien, die keinen Luftaustausch ermöglichen, wie Plastik und Glas. Die Brut der Bienen würde darin verschimmeln.

Gute Nistplätze für Wildbienen – worauf man achten sollte

Damit die Bienen die gesammelten Zweige und gebastelten Nisthilfen auch als Brutstätte annehmen, gibt es ein paar Tipps.

Genügend Futterpflanzen in der Nähe

Am wichtigsten für Wildbienen ist, dass in der unmittelbaren Umgebung Nahrung zu finden ist. Das hat verschiedene Gründe. Lange Flugzeit bedeuten weniger Zeit zum Brutzellen bauen. Die Zellen können von Brutparasieten besiedelt werden. Und die eigene Brut braucht auch genug in der Umgebung um nach dem Verlassen der Höhle überleben zu können. Das Verhalten, dass Wildbienen in der Nähe von Futter Nisten hat sich im Laufe der Zeit entwickelt und ist ihnen nun so angeboren.

Sonniger, wind- und regengeschützter Standort

Klar, am besten geeignet sind geschützte Standorte, damit der Brut nichts passieren kann. Werden die Stängel vom wind erneut gebrochen oder sind die Stängel permanent Nass, ist die Brut im inneren wieder in Gefahr. Wegen der Nässe sollte man die Zweige nach Möglichkeit auch nicht in den Boden Stecken. Sonst können sie anfangen zu faulen und mit ihnen die Brut.

Sonne brauchen Wildbienen, wie auch viele andere Insekten, um richtig in Schwung zu kommen. Zu heiß sollte es aber auch nicht werden.

Mit Mark gefüllte Stängel werden Senkrecht oder schräg nach Oben angebracht

Wildbienen suchen sich natürliche Plätze und das sind für einige Arten abgebrochene, markige Stängel, die aufrecht stehen. Deshalb werden die noch gefüllten Zweige senkrecht angebracht, damit sie besser von Wildbienen angenommen werden. Geeignet zum Anbringen solcher Zweige sind meistens Gartenzäune oder Balkongeländer. Einzeln angebracht werden die Nisthilfen besser angenommen als gebündelt.

Hohle Stängel können Waagerecht angebracht werden, brauchen aber eine verschlossene Seite

Für Bienen die einen Hohlraum suchen, kann man die ausgehöhlten Stängel bündeln und aufhängen. Das Bündel sollte fest geschnürt werden, damit nichts wackelt. Außerdem sollte nach Möglichkeit eine Seite der verwendeten  Zweige zu sein. Pflanzenstängel, die auf beiden seiten offen sind werden nicht gerne angenommen. Außerdem darf man gerne für die unterschiedlichen Arten unterschiedliche Durchmesser zusammen Bündeln. Für manche Arten sind besonders kleine Öffnungen wichtig.

Gute und schlechte Nachbarn für die Wildbienenbrut

In den Bündeln nisten, je nach Durchmesser der Zweige, unterschiedliche Arten. Das ist auch kein Problem. Im Gegenteil, man sollte sogar verschiedene Durchmesser nutzen um mehreren Arten einen Nistplatz zu bieten. Aber man sollte die Nachbarschaft von Ohrwürmern vermeiden. Der Ohrwurm ist für einen Gärtner an sich ein guter Nützling, der einige Schädlinge reduzieren kann. Aber Ohrwürmer sind Allesfresser und essen eben auch die Brut von anderen Wildbienen auf. Sie leben gerne in Holzwolle und auch ihnen kann man gut Plätze im Garten einrichten. Nur eben nicht direkt neben den Bienen.

Auch Vögel können die Bienenbrut gefährden. Im Winter picken sie gerne die Höhlen auf um an die Brut zu kommen. dagegen hilft das anbringen eines groben Drahtes.

So werden die einfachen Nisthilfen gebastelt

Nisthilfe mit Hohlräumen

Benötigte Materialien:

  • Zweige zum Aushöhlen, Halme und Bambus
  • langer Nagel
  •  ca. 20 cm lange, saubere Konservendose
  • Gips
  • Gartenschere
  • Kordel
  • eventuell Hasendraht
  1. Zunächst werden die Zweige zugeschnitten. Sie sollen 3 cm kürzer sein als die Dose, die man verwenden möchte
  2. Die Zweige und Halme werden dann ausgehöhlt. Gut geht das, indem man mit einem langen Nagel das Mark rausschiebt.
  3. Danach wird der Dosenboden mit Gips ca. 2 cm bedeckt
  4. Die Zweige und Halme werden dicht an dicht in die Dose gesteckt und gut angedrückt, bis die Dose voll ist.
  5. Eventuell den Hasendraht als Schutz vor Vögeln anbringen
  6. Kordel um die Dose wickeln und Dose an einer sonnigen und geschützten Stelle aufhängen. Dabei darauf achten das die Dose fest sitzt und nicht schaukelt.

Die Halme und Zweige in der Dose haben den Vorteil, dass sie gegen so manchen Umwelteinfluss geschützt sind. hat man einen guten Platz, kann man aber auch ohne Dose ein Bündel basteln. Mit ein wenig Kreativität kann man durch ein sortieren und anordnen der Zweige auch schöne Muster basteln.

Nisthilfe aus mit weichem Mark gefüllten Zweigen

Benötige Materialen

  • Zweige von Brombeere, Holunder oder Sommerflieder
  • Gartenschere
  • Kordel
  1. Zweige auf eine Größe von 30 – 60 cm zuschneiden
  2. Zugeschnittene Zweige an Zäunen und Geländern mit der Kordel befestigen. Die Zweige sollten einzeln und Senkrecht bis Schräg nach oben angebracht werden.

Fazit zu selbst gebastelten Nisthilfen

Um Wildbienen Nisthilfen anzubieten, geht es fast nicht einfacher. Sie sind sehr leicht in der Herstellung, können aber auch mit etwas Kreativität optisch schön eingebunden werden. Durch die Einfachheit ist es auch ein gutes Projekt zum Basteln mit Kindern.

 


Autoreninfo

Ich bin gelernte Betriebstechnikerin mit grünem Herzchen. Ich liebe es in der Natur unterwegs zu sein und alles Mögliche zu sammeln. Es tut mir gut und zeigt mir den Wert von Ressourcen, die wir als selbstverständlich hinnehmen. Das überträgt sich auch auf meinen Haushalt. Ich möchte gerne nachhaltiger leben und denke, dass es vielen so geht wie mir…. Deshalb gibt es auch „Grüner Geht Immer“, wo ich alle meine Erkenntnisse teilen möchte. 😊



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