Garten & Haushalt

Veröffentlicht am 10. Dezember 2018 | von Talie

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Haarseife – ein Erfahrungsbericht

Wer auf Plastik verzichten möchte und sich die gängigen Einsteiger-Tipps dazu durchliest, stößt häufig auf Haarseife. Die Vorteile sind schnell ersichtlich. Meistens verzichtet man schon bei der Verpackung auf Plastik und als Bestandteile findet man auch kein Mikroplastik oder Silikonöle.

Ich habe mir verschiedene Produkte angeschaut. Getestet habe ich eine Haarseife, die auch auf weitere Zusatz- und Duftstoffe verzichtet. Und bisher bin ich begeistert.

Erster Eindruck

Die Verpackungen von den meisten Haarseifen kommen ohne Plastik aus, was für mich einen guten Eindruck macht. Sie sind mit einer Pappschachtel verpackt. Manche sind eingeschlagen in Fließ und wieder andere haben gar keine Verpackung oder nur ein Schleifchen.

Optik

Die gekaufte Seife macht doch schon optisch einen etwas anderen Eindruck. Allein dadurch, dass in der von mir gewählten Seife keine Konservierungsstoffe enthalten sind, haben sie einen „Farbverlauf“. Das ist allerdings nichts Schlimmes.

Handgefühl

Die Haarseife ist ein ziemlich großer Klotz. Es ist eine feste Seife, die in Blöcke geschnitten wurde. Sie ist auch so „flutschig“ wie man es von einer Seife erwartet. Man kann sehr gut die Haare damit einschäumen. Der entstehende Schaum ist stabil und cremig.

Geruch – Vielseitig wie bei anderen Shampoos

Die Haarsieife riecht typisch seifig, denn es sind keine weiteren Duftstoffe enthalten. Es gibt welche mit Ätherischen Ölen versetzt, was manch einer sicher bevorzugen würden. Gefunden habe ich beispielsweise welche mit Lavendelduft, Zitrusölen und einer „Orientalischen Duftnote“. Diese Seifen werde ich sobald meine aufgebraucht bestimmt auch mal ausprobieren.

Haare waschen mit der Haarseife

Die Haarseife wird entweder in den Händen aufgeschäumt und dann in die Haare massiert (eher für kurze Haare) oder der ganze Block wird direkt auf dem Kopf zum Schäumen gebracht (besser für lange Haare). Soweit zum Umgang mit der Seife. Das Waschen war, zugegebener Maßen, erstmal gewöhnungsbedürftig. Die Seife schäumt sehr gut, brennt aber meiner Meinung nach etwas mehr in den Augen, als die meisten Shampoos heutzutage. Und nein, die Haare fühlen sich nicht sanft und seidig beim Auswaschen an. Der Grund ist vielleicht auch hier, dass in der von mir gewählten Haarseife auf Zusatzstoffe verzichtet wird. Auch sind die Haare nach dem Waschen nicht gerade leicht Kämmbar. Bei kurzen Haaren kein Problem, aber bei längeren Haaren macht sich das doch bemerkbar. Mit einer guten Bürste für lange Haare kommt man aber trotzdem noch durch die Haare. Ein Mythos ist wohl, wie ich erfahren habe, dass man mit langen Haaren keine Haarseife benutzen kann. Ich habe sehr lange Haare und wirklich keine Probleme beim Waschen. Tatsächlich ist das einzige, dass eben die Kämmbarkeit nach der Wäsche mit Haarseife nicht so gut ist.

Sauber werden die Haare natürlich und im trockenen Zustand fühlen sie sich auch sehr gut an. Sie sind nicht beschwert, oder trockenen aus oder ähnliches. Sie haben einen schönen Glanz und auch Volumen. Ich bin genauso zufrieden mit dem Ergebnis, wie mit „normalen“ Shampoos.

Hinweis: Die hier aufgeführten Seifen bestehen unter anderem aus Bio-Ölen. Auch Bio Palm- und Kokosöl. Weiter unten findet ihr Seifen, die ohne Palm- und Kokosöl sind.

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Ergiebigkeit – Lang lebe die Haarseife!

Ich war und bin begeistert wie ergiebig so eine Haarseife ist! Bei flüssigen Shampoos habe ich definitiv mehr verbraucht. Ich führe gerade Statistik wie lange ich mit einem Block auskomme und werde das hier noch aufnehmen.

Aufbewahrung von Haarseifen

Am besten lagert man die Seife etwas geschützt, damit beim Duschen nicht kontinuierlich ein Teil der Seife weggespült wird oder die Seife durchweicht. Zur Aufbewahrung habe ich mir deshalb erstmal einen Seifenhalter, mit Deckel und einem Wasserablass am Boden, in der Dusche montiert. Dadurch kann die Seife dort geschützt lagern und falls doch Wasser in die Schale kommt läuft es über den Ablass eben wieder ab. Festmontieren muss man die Seifenschale natürlich nicht unbedingt. Es gibt auch sehr schöne Seifenschalen für Ablagen, beispielsweise.

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Inhaltsstoffe von Seifen und Hilfe bei der Kaufentscheidungen

Erstmal eine kleine Chemiestunde:

Eine Seife besteht im Wesentlichen aus einem Öl oder Fett, welches mit einer Lauge chemisch verbunden wird. Das heißt die Seife hat einen Öl-Teil, der nicht Wasserlöslich ist und einem wasserlöslichen Salz-Teil, der von der Lauge (bzw. manchmal auch von einer Säure) übertragen wird. Durch diese Kombination ist die Seife in der Lage Fett zu lösen und lässt sich durch Wasser gut abzuwaschen. Das macht ihre guten reinigenden Eigenschaften aus. Man nennt diese Stoffe Fettsäurensalze, bekannter unter den allgemeinen Namen „Tenside“. Je nachdem welches Salz mit dem Öl verbunden ist, verhält sich die Seife etwas anders, wie zum Beispiel man bei Schmier- und Kernseifen feststellt. Auch das Öl hat seinen Einfluss auf die Seife. Je nachdem welches Öl bzw. Fett verwendet wird, wird der Schaum beispielsweise stabiler oder feiner. Es gibt noch einiges mehr, aber da will ich mich jetzt mal nicht drin verlieren…

Zu diesen beiden Ausgangsstoffen kommen bei der Verarbeitung noch Konservierungs-, Duft- und Füllstoffe, die für die Reinigung erstmal eine untergeordnete Rolle spielen. Außerdem werden häufig noch pflegende und rückfettende Stoffe verarbeitet, wie Wollwachse und Öle. Auf diesem Prinzip, Wasser und Öl „mischbar“ zu machen, basieren erstmal alle Reinigungsmittel, egal ob Haarseife, Shampoo oder Duschgel. Wobei inzwischen viele weitere Tenside synthetisch entwickelt und die Seifentenside teilweise dadurch abgelöst wurden.

Bei der Auswahl meiner Haarseife wollte ich möglichst auf Zusatzstoffe verzichten und mich auf das wesentliche der Seife konzentrieren. Also habe ich mir bei meiner Suche erstmal viele Haarseifen und deren Inhaltsstoffe angeschaut und interessante Erkenntnisse erlangt.

1. Seifen sind nicht immer besser, haben aber viele Vorteile

Auch wenn die Seifentenside natürlichen Ursprungs sind, im Gegensatz zu synthetisch hergestellten Tensiden, macht es sie nicht unbedingt auch „gesünder“. Denn sie entfernen auch den natürlichen Fettfilm auf unserer Haut, der eine wichtige Funktion hat, nämlich die Haut vor dem austrocknen zu Schützen. Ausgetrocknete Haut wird schnell rissig und ist leichter angreifbar. Wichtig ist also auch eine gute Rückfettung der Haut und eine Verbesserung der Fähigkeit Feuchtigkeit zu halten. Das wird durch einen Öl-Überschuss in Seifen erreicht. Außerdem enthalten alle natürlichen Öle Triglyceride, die es ermöglichen Feuchtigkeit besser zu halten. Bei den meisten Haarseifen wird das berücksichtigt, sodass der Punkt kein wirkliches Minus darstellt.

Man sollte aber bei Seifen darauf achten, dass keine großen Mengen an Textilien gelangen. Dadurch das sie in Wasser in der Regel alkalisch sind, kann es Textilfasern beschädigen. Mit alkalischen Seifen wird beispielsweise gefilzt.

Für eine Seife sprechen aber verschiedene Aspekte. Natürliche und reine Seifen (ohne Parfümöle und Zusatzstoffe) sind in der Regel für viele Allergiker besser geeignet. Sie werden aus Olivenöl, Sonnenblumenöl, Lorbeeröl, Kokosöl, Palmöl und vielen anderen Ölen hergestellt, die von den meisten Menschen gut vertragen werden. Ebenfalls möglich ist übrigens die Herstellung aus tierischen Fetten. Tenside aus diesen Ölen und Fetten sind, im Verhältnis, deutlich besser biologisch abbaubar und für die Herstellung wird weniger Energie und Ressourcen gebraut. Das alles ist bei synthetischen Tensiden meist anders. Viele sind Allergen, schwer biologisch abbaubar und brauchen zur Herstellung zusätzliche Energie und Ressourcen.

2. Nicht jede Haarseife ist automatisch „Öko“

Das war eigentlich meine erste Erkenntnis. Zwar sehen sehr viele danach aus, aber es ist manchmal nur die Fassade. Viele Haarseifen kommen zumindest ohne Mikroplastik aus. Gut. Dafür habe ich in sehr vielen Seifen als Hauptbestandteil verseiftes Palmöl gefunden. Ebenfalls sehr häufig vertreten waren Haarseifen die als Hauptbestandteil verseiftes Kokosöl besitzen. Sowohl Palmöl als auch Kokosöl versuche ich persönlich weitestgehend zu meiden und sie kamen deswegen für mich nicht in Frage.

Auch bin ich bei vielen Konservierungs- und Füllstoffen eher skeptisch. Häufig machen sie zwar die Seife hübscher, weil sie zum Beispiel keine farblichen Veränderungen erleiden… besser werden sie dadurch aber nicht wirklich.

Nach ein wenig Recherche habe ich dann aber Hersteller gefunden, die auf das alles verzichten. Die Seife, die ich mir gekauft habe besteht aus verseiften Olivenöl und Lorbeeröl. Das war’s. Ich bin wieder begeistert!

Hinweis: Die hier aufgeführten Seifen sind laut Hersteller Palm- und auch Kokosölfrei

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3. Mizellen – Haha

Es ist noch nicht lange her, dass verschiedene Hersteller mit Mizellen geworben haben… Eine Seife löst sich, durch den Öl-Teil, nicht komplett in Wasser, sondern bildet kleine Kugeln. Der Öl-Teil liegt im inneren dieser Kugel und der Salz-Teil außen. Diese Kugeln werden eben Mizellen genannt. Demnach bildet so ziemlich jede Seife, die in Wasser „gelöst“ wird Mizellen. Ich kam also nicht drumherum an die Marketingkampagnen von einigen Kosmetikherstellern zu diesen tollen und innovativen Zellen zu denken… Marketing-Bullshit auf höchstem Niveau.

Fazit – Haarseife ist Topp!

Auch wenn es nicht immer gleich aus dem Text springt, weil ich ehrlich berichten möchte… Ich finde die Haarseife super! Wie fast immer gibt es anfängliche Hürden wie beispielsweise die Aufbewahrung und das ungewohnte Waschgefühl, aber am Ende des Tages funktioniert es genauso gut wie sonstige Shampoos und mit, meiner Meinung nach, weniger negativen Auswirkungen auf die Umwelt. Das ist schon ein riesiger Pluspunkt für mich.


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Ich bin gelernte Betriebstechnikerin mit grünem Herzchen. Ich liebe es in der Natur unterwegs zu sein und alles Mögliche zu sammeln. Es tut mir gut und zeigt mir den Wert von Ressourcen, die wir als selbstverständlich hinnehmen. Das überträgt sich auch auf meinen Haushalt. Ich möchte gerne nachhaltiger leben und denke, dass es vielen so geht wie mir…. Deshalb gibt es auch „Grüner Geht Immer“, wo ich alle meine Erkenntnisse teilen möchte. 😊



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