Garten & Haushalt

Veröffentlicht am 11. September 2018 | von Kathi

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Plastik(-müll) vermeiden – Tipps und Rezepte

Ohne darüber nachzudenken verwende ich tagtäglich Plastik. Verpackungen, Haushaltsgeräte, das Spielzeug meiner Kinder, Kleidung und sogar in Kosmetik und Pflegeprodukten.
Nicht nur, dass ich somit eine Menge an Müll produziere, der nachher aufwendig entsorgt und recycelt werden muss, ich schädige meine Umwelt und die Gesundheit von mir und meiner Familie.

Sicher… ganz abschaffen kann ich es nicht. Und ich schaffe es, neben Familie, Haushalt und Arbeit auch nicht, die Welt zu retten.
ABER: ich KANN etwas tun. Bestimmt! Nur was?

Ich beschließe mich und meinen Alltag anzuschauen und finde Wege, Kleinigkeiten zu verändern. Und begebe mich somit auf eine Reise, die mich ein Stück weg bringt von Plastikbergen und Dunstwolken schädlicher Inhaltsstoffe.

6 einfache Tipps zum Plastik vermeiden:

1. Plastiktüten vermeiden
Ganz einfach, dennoch wirkungsvoll.
Es gibt mittlerweile überall Mehrwegbeutel, aus Baumwolle, Jute, oder wer es stylisch haben möchte auch aus Polyester mit schicken Motiven und Ausdrucken (laut Umweltbundesamt überraschenderweise die Alternative mit der besten Umweltbilanz, da sie eine sehr hohe Lebensdauer haben). Wer eine Nähmaschine hat, kann auch aus alten T-Shirt, oder Bettbezügen fix was nähen (sicher noch besser 🙂 ).
Auch gibt es praktische, zusammenfaltbare Einkaufskörbe.
Kurze Anmerkung: Papiertüten sind erst ab der vierten Nutzung ökologisch nachhaltiger als Plastiktüten, da bei der Herstellung viele Ressourcen gebraucht werden. Also leider keine ausreichende Alternative.

2. Mehrweg statt Einweg
Dabei ist es aus ökologischer Sicht fast egal, ob Mehrwegflaschen aus Glas, oder aus Plastik benutzt werden. Der einzige Unterschied: Glas-Mehrwegflaschen und -gläser können öfter befüllt werden, als PET-Mehrwegflaschen.
Es gibt verschiedene Siegel für Mehrweggefäße, denn es ist nicht immer einfach Mehrweg von Einweg zu unterscheiden.
Der Energieaufwand bei der Herstellung von Einweg-Glasflaschen ist verhältnismäßig hoch.
Allerdings ist Glas ein Rohstoff, anders als andere Verpackungsmaterialien, der sich beliebig oft einschmelzen und wiederverwenden lässt. Das heißt zwar hoher Energieaufwand für das Recycling, jedoch werden keine neuen Ressourcen verbraucht. Plastik z.B. hat eine schlechtere Recyclingrate.
Das umweltfreundlichste Material für Mehrweg ist Edelstahl. Sehr langlebig und robust.

3. Eigene Verpackungen verwenden
Zum Bäcker, Metzger, Ost- und Gemüsehändler und Bioladen kann ich meine eigenen Gefäße mitbringen und Lebensmittel darin nach Hause transportieren.
Ich habe einen Jutebeutel, in welchem wir unser Brot und unsere Brötchen transportieren. Eine Edelstahldose befördert unsere Wurst und Käse und ein Weidenkörbchen unser Gemüse und Obst.
Die eigene Verpackung darf aus hygienischen Gründen nicht hinter die Theke beim Bäcker und Metzger, aber mit ein bisschen Übung und gutem Willen ist alles möglich. Einige Supermärkte und Metzger haben sich sogar schon Systeme ausgedacht, um es dem Kunden einfacher zu machen.
Mittlerweile gibt es sogar Unverpacktläden. Dort kann man Lebensmittel unverpackt einkaufen. Man muss dazu seine eigenen Gefäße mitbringen. Leider gibt es solche Läden momentan noch nicht sehr oft. Finden kann man diese häufig in Großstädten, wie Köln, Düsseldorf, Essen, Berlin etc.
Auch kann man Einwegverpackungen zu Mehrwegverpackungen umfunktionieren.
Marmeladengläser horten sich sicher in fast jedem Haushalt und warten auf ein neues Einsatzgebiet. Wir hatten einmal Mehlmotten, seitdem lagern wir alle unsere Backzutaten (Nüsse, Trockenfrüchte, Schokoladendekorationen) in Marmeladengläsern.
Aber auch Plastikverpackungen, zum Beispiel von Beeren, Trauben oder Tomaten, können wiederverwendet werden.

4. Plastikverpackungen im Laden lassen
Klar vermeide ich damit nicht den Plastikmüll, aber ich wälze das Entsorgungsproblem auf den Handel um, denn der ist verpflichtet Sammelboxen zur Verfügung zu stellen. Damit sind Handel und Hersteller mit dem Problem konfrontiert und es bewirkt im besten Fall ein Umdenken.

5. Mikroplastik
Das ist wahrscheinlich der einfachste Punkt der Liste. Mikroplastik schadet der Umwelt enorm und ist deklarierungspflichtig. Es ist leider in manchen Kosmetikprodukten enthalten. Ein Blick auf die Rückseite des Produktes gibt uns Aufschluss.

+ Inhaltsstoffe

Acrylate Copolymer (AC)
Acrylate Crosspolymer (ACS)
Dimethiconol Methicone Polyamide (PA, Nylon)
Polyacrylate (PA)
Polymethylmetacrylate (PMMA)
Polyquaternium (PQ)
Polyethylene (PE)
Polyethyleneglycol (PEG)
Polyethyleneterephtalate (PET)
Polypropylene (PP)
Polypropyleneglycol (PPG)
Polystyrene (PS)
Polyurethane (PUR)
Siloxane

Mit kostenlosen Smartphone-Apps, wie z.B. Code Check, können Sie einfach herausfinden, ob ein Kosmetikartikel Mikroplastik enthält. Die App zeigt verschiedene Informationen über das Produkt, nachdem Sie den Strichcode in der App fotografiert haben.

Viele Kosmetikmarken verzichten auf Mikroplastik. Auch in Bioprodukten ist dieses nicht enthalten.
Deshalb ist es so einfach, denn wenn man einmal weiß, was man unbedenklich kaufen kann, ist alles andere kein Mehraufwand mehr.
Greenpeace hat dazu eine lesenswerte Publikation herausgegeben!

6. Dinge selber machen, statt kaufen

Mit ein paar kleinen Tricks kann man Putzmittel und Kosmetika ersetzten und spart somit die ganzen Plastikverpackungen.
Einige wirkungsvolle und ökologische Alternativen sind:
Essig ist nicht nur ein natürlicher Weichspüler, man kann mit ihm auch einen einfachen Allzweckreinger herstellen.
Soda ist ein kraftvoller Helfer gegen hartnäckige Verschmutzungen, er funktioniert als Rohrreinger und man kann ihn für selbstgemachtes Waschmittel verwenden.
Natron ist ebenfalls für selbstgemachtes Waschmittel und Putzmittel verwendbar, aber auch als Zahnputzmittel, Deo, Shampoo, Peeling, es hilft gegen Gerüche etc. Natron ist vielseitig einsetzbar und ein wahres Wundermittel.
Kernseife kann weit mehr als schmutzige Hände reinigen. Mit ihr kann man Duschgels und Flüssigseife selber herstellen, aber auch milde Reiniger.

Rezepte für den Einsatz dieser Hausmittelchen gibt es vielfältig im Internet und bald auch hier.

Fazit: Es ist gar nicht so schwer Kleinigkeiten in den Alltag einzubauen, um Plastik zu vermeiden. Und einmal auf dem richtigen Weg, findet man nach und nach immer mehr Möglichkeiten! Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. 🙂


Autoreninfo

Kathi

: Ich bin 33 Jahre, Heilerziehungspflegerin und Mama von zwei kleinen Kindern. Zusammen mit den beiden bin ich gerne in meinem Garten. Wir pflanzen dort Gemüse und Obst an. Naja... ich pflanze an, meine Kinder und mein Mann ernten und essen. Am liebsten gleich vor Ort. :-)



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