Recycling

Veröffentlicht am 13. Dezember 2017 | von Talie

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Mit Kaffeesatz die eigenen Pflanzen düngen

Übrig gebliebenen Kaffeesatz findet man in fast jeden Haushalt wieder. Häufig wird er einfach weggeworfen, aber das muss nicht sein, da er sich sehr gut als Dünger weiter verwerten lässt. Hat man ein paar Pflanzen im Haushalt, könnte sich das Sammeln schon lohnen.

Das zeichnet den Kaffeesatz aus

Auch nachdem einmal Kaffee aus dem Kaffeesatz gebrüht wurde, ist er noch voller Nährstoffe die von anderen Organismen verwertet werden können. Er bietet eine hervorragende Stickstoffquelle, enthält Kalium, Phosphat und viele weitere Grundstoffe die für die meisten Pflanzen ein Muss sind. Bei richtigem Einsatz werden die Nährstoffe auch für die Pflanzen verfügbar. Beim Einsatz im Garten bietet der Kaffeesatz ebenfalls den Vorteil, Nützlingen wie den Würmern zu gefallen und diese anzuziehen, während es Schädlinge wie Schnecken abhält.

So funktioniert das Düngen

Da man Kaffeesatz als Dünger verwendet und verstärkt beispielsweise beim Umtopfen einsetzen kann, lohnt es sich erstmal zu sammeln. Kaffeesatz ist allerdings anfällig für Schimmel und wird deshalb für die Aufbewahrung zunächst getrocknet. Zum Trocken eignen sich verschiedene Möglichkeiten. So kann der Kaffeesatz auf einem Blech ausbreitet werden oder man sammelt ihn in einem feinmaschigen Sieb, dass man in einen Eimer hängt. Man kann ihn auch einfach auf einen Teller legen und zum Trocknen stellen. Generell trocknet er am schnellsten je großflächiger man den Kaffeesatz verteilt.  Nach ca. 2-3 Tagen sollte der Kaffee durchgetrocknet sein. Egal welche Methode, ist er fertig getrocknet, sollte er an einem trockenen und luftigen Platz stehen, um die Gefahr von Schimmelbildung weiter zu minimieren. Man kann ihn beispielsweise in Leinensäcken oder in leeren Blumenerdesäcken verstauen. Hat der Kaffeesatz einen starken Geruch, kann er auch in einem luftdichten Behälter abgefüllt werden. Den sollte man allerdings zwischendurch kontrollieren, ob sich nicht doch noch vorhandene Feuchtigkeit abgesetzt hat.

Möchte man Kaffeesatz als Dünger verwenden, erzielt man die größte Wirkung, wenn er in die Erde eingearbeitet wird. Streut man ihn nur auf die Oberfläche, zersetzt er sich langsam ohne seine Wirkung voll zu entfalten und kann auch wieder anfangen zu schimmeln. Deswegen sollte man, auch wenn man ihn nur oberflächig nutzen kann, den Kaffeesatz flach in den Boden einarbeiten oder abdecken. Ein guter Zeitpunkt für den Einsatz ist beim Umtopfen im Frühling. Beim Umtopfen von Topfpflanzen mischt man ein paar Handvoll unter die neue Blumenerde, um sie mit weiteren Nährstoffen und Spurenelementen anzureichern und dadurch einen guten Start in die Saison hinzulegen.

Kaffee ist für gewöhnlich leicht sauer und nicht jede Pflanze mag das. Viele Kräuter beispielsweise bevorzugen einen kalkhaltigen Boden, während bei Tomaten, Rosen und vielen mehr der saure Kaffeesatz besonders beliebt ist. Der tatsächliche pH-Wert kann von Sorte zu Sorte variieren. Wer sicher sein möchte, kann den pH-Wert messen und so bestimmen, für welche Pflanzen er zum Düngen geeignet ist. Zum Messen eignen sich die pH-Teststreifen wie Lackmuspapier, die Beispielsweise in der Apotheke erhältlich sind. Das Lackmuspapier verfärbt sich je nach pH-Wert anders und kann so wiederum über eine Farbskala bestimmt werden. Für ein etwas genaueres Ergebnis kann man auch spezielle Sets zum Messen des pH-Wertes von Böden bestellen, die ebenfalls über die Farbe den pH-Wert anzeigen. Damit kann man natürlich auch den pH-Wert der Böden im Garten messen bzw. den pH-Wert der Erde für die Pflanzen generell.

Für diese Pflanzen kann man Kaffeesatz verwenden

  • Rosen
  • Rhododendren
  • Azaleen
  • Fuchsien
  • Geranien
  • Hortensien
  • Beerenfrüchten
  • Tomaten
  • Gurken
  • Kürbissen
  • Zucchini

Wenn die eigene Kaffeesorte zufällig eine ziemlich säurehaltige Sorte ist, man aber nur Pflanzen hat die neutrale oder basische Böden mögen, kann man mit ein paar Hilfsmitteln den pH-Wert anheben. Das macht den Einsatz auch bei weiteren Pflanzen möglich.

Mit Gesteinsmehl lässt sich ein Boden basischer machen und in Kombination mit dem getrockneten Kaffee ergibt es eine optimale Versorgung für Pflanzen. Denn Gesteinsmehl ist ein natürliches Düngemittel welches beispielsweise Jod, Silizium und Zink enthält. Dadurch wird das Wachstum der Pflanze angeregt. Das Gesteinsmehl wird für die Verwendung direkt mit dem Kaffeesatz in die Erde eingearbeitet.

Auch zerkleinerte Eierschalen kann man zum Heben des pH-Wertes unter den Kaffeesatz mischen. Die Säure wird dadurch neutralisiert und die Pflanzen freuen sich über die verfügbaren Mineralien.

Was man sonst noch so mit Kaffeesatz machen kann

Auf Kaffeesatz lassen sich wunderbar Speisepilze züchten. Man kann extra darauf abgestimmte Pilzzuchtsets erwerben, mit denen man unter anderem Austernpilze, Rosen- oder Zirtronenseitlinge und viele weitere Sorten anziehen kann. Meistens bestehen diese Sets aus einem Behälter, den man abdecken kann, denn die Pilze mögen es eher schattig. Außerdem enthalten sie das benötigte Pilzmyzel. Schön ist auch, dass das Pilzmyzel, nach der Zucht auf dem Kaffeesatz im Topf, theoretisch in den Garten gepflanzt werden kann. Hat man dort einen guten Standort, können zukünftig auch Speisepilze im eigenen Garten wachsen.


Autoreninfo

Ich bin gelernte Betriebstechnikerin mit grünem Herzchen. Ich liebe es in der Natur unterwegs zu sein und alles Mögliche zu sammeln. Es tut mir gut und zeigt mir den Wert von Ressourcen, die wir als selbstverständlich hinnehmen. Das überträgt sich auch auf meinen Haushalt. Ich möchte gerne nachhaltiger leben und denke, dass es vielen so geht wie mir…. Deshalb gibt es auch „Grüner Geht Immer“, wo ich alle meine Erkenntnisse teilen möchte. 😊



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