Speisepilze samm..." /> Speisepilze züchten auf Kaffeesatz

Recycling Pilze, die daheim im Kaffeesatz gezüchtet wurden.

Veröffentlicht am 24. November 2017 | von Talie

0

Leckere Speisepilze züchten mit Kaffeesatz

Speisepilze sammeln im Wald kann ganz schön mühsam sein und auch bedenklich sein, wenn man sich nicht richtig auskennt. Wenn man aber keine Pilze im Supermarkt kaufen möchte, kann man sich aber überlegen, selbst Pilze zu züchten. Wenn man jetzt auch noch gerne Kaffee trinkt, kann man das eine mit dem anderen Verbinden und mit dem alten Kaffeesatz leckere Speisepilze für den Eigenbedarf züchten. Ich habe mir vor einer Weile ein Set bei einem Spezialanbieter gekauft und getestet. Hier lest ihr, wie es funktioniert.

Mit verschiedenen Sets  Speisepilze auf Kaffeesatz züchten

Kaffeesatz ist voller Nährstoffe, die eigentlich viel zu schade zum Wegwerfen sind. Richtig sterilisiert eignet sich Kaffeesatz sehr gut als Pilzsubstrat. Es gibt einige Hersteller die dafür Sets zusammengestellt haben, damit man eben im eigenen Haushalt Speisepilze auf Kaffeesatz züchten kann. In der Regel bestehen diese Sets aus einem Eimer oder Topf und einem kleinen Behälter mit Pilzbrut.

Der Eimer bzw. Topf ist simpel aufgebaut. Er braucht an der Unterseite Schlitze oder Ähnliches, damit sich keine Staunässe bilden kann. Zudem soll er einen Deckel haben mit Luftloch, da die Pilze es eher schattig mögen und frische Luft brauchen. Diese Voraussetzung kann man auch selber schaffen.

Das Entscheidende ist die Pilzbrut. Sie besteht häufig aus einem Material, das Holzspänen ähnlich sieht, und ist beimpft mit dem gewünschten Speisepilz. Für die Pilzzucht mit Kaffeesatz gibt es meistens vier verschiedene Sorten zur Auswahl: Austernpilz, Rosenseitling, Limonenpilz und Pioppino.

Austernpilz

Der Austernpilz ist ein recht bekannter Speisepilz, der auch häufig im Supermarkt zu finden ist. Er ist recht groß und fleischig mit würzigen Aroma.

Rosenseitling

Der Rosenseitling ist ein äußerst schöner Pilz. Er hat eine blassrosa Farbe und erinnert optisch leicht an Korallen. Aber auch geschmacklich hat er einiges zu bieten. Der Rosenseitling bildet ebenfalls größere Pilze, die leicht nach Schinken schmecken.

Limonenpilz

Der Limonenpilz hat, wie der Name schon verrät, eine leicht zitronige Note. Er wird häufig roh gegessen – beispielsweise zu Salaten. Auch gekocht schmeckt er ausgezeichnet.

Pioppino

Pioppino Speisepilze schmecken schön nach Wald. Er ähnelt vom Geschmack dem Maronenpilz und kann sehr gut bei Rezepten stattdessen verwendet werden.

[amazon_link asins=’B01DPLDXAY,B01LXOI2WF,B01LZYKRJQ‘ template=’ProductCarousel‘ store=’ggi_de_DE‘ marketplace=’DE‘ link_id=’af7b86c7-b4f7-11e8-932b-7317e4e1e451′]

Das muss bei der Zucht von Speisepilzen mit Kaffeesatz beachtet werden

Vorbereitung Kaffeesatz

Damit der Pilz gut wachsen kann reichen die Nährstoffe allein leider noch nicht aus. Das Substrat für die Speisepilze sollte keimfrei sein, da Keime in Konkurrenz mit dem Pilz um das Substrat stehen, denn der Speisepilz braucht mehr Zeit zum Wachsen als die meisten Schimmelpilze.

Viele Hersteller beschreiben bei der Pilzzucht mit Kaffeesatz die Anzucht mit Filterkaffee. Das bedeutet man kocht den Kaffee und man kann danach die Filtertüte direkt entnehmen, abfüllen und in den Kühlschrank stellen. Im Kühlschrank wird das Wachstum von Keimen gebremst. Für 2-3 Tage kann man dann den Kaffee sammeln, sollte ihn dann aber zur Anzucht verwenden.

Hat man einen Kaffeeautomaten zuhause stehen, funktioniert das nicht so gut, da für jede Tasse Kaffee eine kleine Menge an Kaffeesatz anfällt und der Auffangbehälter erst nach einiger Zeit gefüllt ist. Dadurch bleibt der Kaffeesatz für längere Zeit bei Raumtemperatur in diesem Behälter stehen und Keime können sich schon stark vermehren.

Entweder nimmt man deshalb nach jeder Tasse Kaffee den Satz raus und stellt ihn gleich in den Kühlschrank, oder man sammelt trotzdem über Zeit seinen Kaffeesatz im Auffangbehälter zusammen und versucht die Keimzahl im Substrat vor dem Einsatz zu reduzieren. Für Hobbyzüchter eignet sich dafür der Backofen. Bei einer richtigen Sterilisation herrscht eine Temperatur von 121 °C für längere Zeit. Ab dieser Temperatur sterben eigentlich alle Keime ab. Im privaten Haushalt ist das nicht immer zu erreichen, mit etwas weniger Temperatur funktioniert es aber auch. Neben der Temperatur spielt Feuchtigkeit eine entscheidende Rolle. Trockene Hitze halten Keime deutlich länger aus als Hitze mit hoher Feuchtigkeit. Deshalb benötigt eine Sterilisation im Backofen Zeit und genügend Feuchtigkeit.

Hat man genügend Kaffeesatz gesammelt, gibt man ihn in eine Auflaufform. Im Anschluss daran wird Wasser in die Form gegossen, sodass der Kaffeesatz leicht bedeckt ist. Dann wird der Backofen auf ca. 120 °C gestellt und für ca. 2 Stunden der Kaffeesatz erhitzt. Anschließend muss der Kaffeesatz erst abkühlen und kann dann für die Pilzzucht verwendet werden.

Speisepilze anziehen

Im nächsten Schritt werden der vorbereitete Kaffeesatz mit der Pilzbrut gemischt. Wichtig ist hierbei, dass das Mengenverhältnis zwischen Kaffeesatz und Brut stimmt. Die Pilzbrut sollte zwischen 10 und 15 Prozent des Volumens einnehmen. Die Hersteller der Pilzbrut empfehlen den Pilz in mehreren Etappen anzumischen und dazuzugeben. Dabei sollte man aber nicht immer wieder alles durchmischen, sondern Schicht für Schicht einfach auftragen. Würde man das Ganze mischen, zerstört man jedes mal den bereits gebildeten Pilzmyzel. Auch die Temperaturangaben sollten beachtet werden. Es lohnt sich die Temperatur mit einem Thermometer zu kontrollieren das nah beim Pilzansatz aufgestellt wird. Stimmt die Temperatur nicht, wächst der Pilz nicht gerade gut und im schlechtesten Fall gibt es nichts zu ernten. Laut Hersteller wird eine Temperatur von 15 – 20 °C empfohlen. Persönlich habe ich bei 20 – 25 °C bessere Erfahrungen gemacht.

Speisepilze abernten

Die Pilze sind erntereif wenn sie nicht mehr merklich wachsen. Aber auch wenn man früh dran ist, ändert sich am Pilzgeschmack nichts. Zu lange sollte man allerdings nicht warten. Spätestens wenn der Pilz seine Sporen abgibt und man diese als feinen Staub am Pilz und drumherum feststellt, sollte man wirklich ernten. Bei der Ernte sollte darauf geachtet werden, immer alle Teile zu ernten und nichts von den Pilzen stehen zu lassen. Die Pilze sollten über einen Zeitraum von 3-4 Monaten immer wieder in Wellen sprießen, bis letztendlich das gesamte Substrat im Kaffeesatz verbraucht ist.

Weiter Speisepilze im Garten züchten, wenn das Substrat verbraucht ist

Irgendwann sind die Nährstoffe vom Kaffeesatz dann aufgebraucht und es bilden sich keine neuen Speisepilze mehr. Aber das muss nicht das Ende für das Pilzmyzel sein. Wird dieser Beispielsweise im Garten an einer für Pilze günstigen Stelle vergraben, kann der Pilzmyzel wieder neue Nährstoffe bekommen und so Jahr für Jahr wieder Pilze wachsen lassen. Die richtigen Wachstumsbedingungen für Pilze herrschen, wenn der Pilz schattig eingepflanzt wird und sich keine Staunässe dort bilden kann. Eine gute Luftfeuchte und viel Sauerstoff brauchen die Pilze ebenfalls.

Fazit zur Anzucht von Speisepilzen mit Kaffeesatz

An einem im Wald gewachsenen Pilz vom Aroma her nahe zukommen kann wohl kein gezüchteter Pilz, aber diese Pilze sind durchaus sehr lecker und aromatisch! Natürlich helfen Erfahrungswerte bei der Pilzzucht, aber man braucht den Anfang nicht scheuen und es empfiehlt sich, es einfach mal auszuprobieren.


Autoreninfo

Avatar

Ich bin gelernte Betriebstechnikerin mit grünem Herzchen. Ich liebe es in der Natur unterwegs zu sein und alles Mögliche zu sammeln. Es tut mir gut und zeigt mir den Wert von Ressourcen, die wir als selbstverständlich hinnehmen. Das überträgt sich auch auf meinen Haushalt. Ich möchte gerne nachhaltiger leben und denke, dass es vielen so geht wie mir…. Deshalb gibt es auch „Grüner Geht Immer“, wo ich alle meine Erkenntnisse teilen möchte. 😊



Kommentarfunktion geschlossen.

Back to top ↑