Sammeln Berberitzen an der Hecke

Veröffentlicht am 21. Oktober 2017 | von Talie

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Berberitzen – Superfood von der Hecke nebenan

An vielen deutschen Hecken wächst, häufig völlig unbeachtet, ein Superfood namens Berberitzen. Diese kleinen rote Früchte verdienen eigentlich viel mehr Beachtung, denn sie sind leicht zu sammeln und voller gesunder Inhaltsstoffe.

Standort und Merkmale der Berberitzengewächse

Die gewöhnlichen Berberitzengewächse kommen vorwiegend in Asien und Europa vor. Dabei handelt es sich um einen sommergrünen Strauch, der eine Wuchshöhe bis zu 3 Meter erreichen kann. Die Rinde hat außen eine gelbbraune bis graue Färbung und ist innen strahlend gelb. Außerdem befinden sich an den Zweigen stachlige Blattdornen. Richtig gut wächst die Pflanze an kalkhaltigen, halbschattigen, trockenen bis mäßig feuchten Standorten. Zu finden sind sie häufig an Lichtungen, Weg- und Waldrändern, häufig aber auch als Hecke in Städten. Im Zeitraum von Mai bis Juni bildet das Gewächs eine glockig, gelbe, halbkugelige Blütenpracht. Achtung: Bis auf die reifen Berberitzen Früchte ist die Pflanze giftig!

Berberitzen-Früchte – die kleinen Kraftpakete finden und sammeln

Je nach Wetter und Lage sind die kleinen scharlachroten Früchte ab August bis September erntereif. Berberitzen sind klein, auffallend rot, haben eine längliche Form, werden im Durchschnitt einen Zentimeter lang. Sie schmecken säuerlich und sind randvoll gefüllt mit gesunden Inhaltsstoffen. Sammler sollten Früchte bevorzugen, die abseits von viel befahrenen Straßen wachsen.
Die reifen Wildfrüchte nach Möglichkeit ohne Blätter und Stiele ernten. Ansonsten fällt unnötige Mehrarbeit an. Die Frucht vorsichtig zwischen Daumen und Zeigefinger nehmen und ohne Sie zu zerdrücken vom Strauch abziehen. Als Sammelgefäß eignen sich zum Beispiel leichte Kannen, die mithilfe eines Gürtels um die Taille gebunden werden.
Die Vorteile: Beide Hände sind frei zum Pflücken und das ständige Bücken zum Entleeren einer Handvoll gepflückter Beeren entfällt. Außerdem kann ein umgebundenes Sammelbehältnis nie umfallen.
Um Verletzungen bei der Ernte im Herbst zu vermeiden, werden das Tragen von festem Schuhwerk, einer langen Hose und eines strapazierfähigen Oberteils mit langen Ärmeln empfohlen. Wer mag, kann links einen Handschuh tragen, um die Dornenzweige wegzuschieben.
Ernte verpasst? Kein Problem, die Früchte lassen sich nach dem ersten Frost noch ernten. Zudem mildert der Kälteschock den säuerlich herben Geschmack.

Tipp: Jegliche Art von Folien- und Plastikbeuten ist für die Ernte bzw. den Transport ungeeignet und auch nicht als Notbehelf zu empfehlen!

Die Weiterverarbeitung von Berberitzen

Sauer macht lustig, fit und gesund. Nicht umsonst werden die Berberitzenfrüchte auch als „Sauerdorn“ bezeichnet. Vor dem Verzehr die Früchte kurz und schonend waschen, nur so bleiben Geschmack und wertvolle Inhaltsstoffe erhalten. Am besten ein Teil der Früchte in ein großes Sieb füllen, das Sieb in sauberes Wasser tauchen und anschließend die Früchte abtropfen lassen. Im reifen Zustand sind sie pur oder etwas gesüßt eine Köstlichkeit. Sie verleihen leckeren Smoothies, Salaten, Dessert und Kuchen eine angenehme Säure und sind ein würdiger Zitronenersatz.

Angesagt in der Foodszene ist das Berberitzenöl: Je nach Geschmack drei Esslöffel Früchte in eine verschließbare, dunkle 0,75-Liter-Flasche geben und mit geschmacksneutralem Öl auffüllen. Nach etwa zwei bis drei Wochen ist das aromastarke Öl fertig.

Wer das Frosten bevorzugt, füllt saubere und trockene Früchte in einen passenden Gefrierbeutel. Anschließend Schockfrosten, bei Bedarf auftauen und davon Marmelade kochen.

Richtig gut sind Trockenwildbeeren: Die vollreifen Früchte auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und den Ofen auf 50 Grad stellen. Dabei die Ofentür einen Spalt offen lassen, damit die Feuchtigkeit entweicht. Perfekt ist das Dörrobst, wenn es innen nicht mehr matschig ist.

Fazit:

Kritiker meinen, dass Zeitaufwand und Nutzen in keinem Verhältnis stehen. Doch das stimmt so nicht: Frisch gepflückte Wildbeeren stellen sogar die beste Bioware in den Schatten und es gibt die Ware zum Nulltarif. Das sammeln ist einfach und auch bei der Verarbeitung gibt es vielfältige einfach umsetzbare Möglichkeiten.

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Autoreninfo

Ich bin gelernte Betriebstechnikerin mit grünem Herzchen. Ich liebe es in der Natur unterwegs zu sein und alles Mögliche zu sammeln. Es tut mir gut und zeigt mir den Wert von Ressourcen, die wir als selbstverständlich hinnehmen. Das überträgt sich auch auf meinen Haushalt. Ich möchte gerne nachhaltiger leben und denke, dass es vielen so geht wie mir…. Deshalb gibt es auch „Grüner Geht Immer“, wo ich alle meine Erkenntnisse teilen möchte. 😊



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