Sammeln Holunder

Veröffentlicht am 18. Mai 2018 | von Talie

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Holunder – Eine Pflanze, viele Möglichkeiten

Holunder ist in Deutschland besonders in Siedlungsnähe verbreitet. Früher wurde er gerne gezielt gepflanzt, um seine nahrhaften Beeren im Herbst ernten zu können. Die Beeren hatten den Ruf eine Hausapotheke ersetzen zu können. Nun ja, gesund sind sie auf jeden Fall…trotzdem sollte man sie nicht roh essen. Aber auch seine Blüten werden gerne gesammelt und zu vielen leckeren Dingen verarbeitet. Neben dem Verspeisen bietet er außerdem gutes Material um einigen Wildbienen einen Platz zum Nisten zu verschaffen. Eine Pflanze – viele Bereicherungen.

Holunder finden und sammeln

Der schwarze Holunder benötigt einen sonnigen Platz. An Scheunen oder nah am Haus wird er auch heute noch gerne angebaut. Auch an Waldrändern und als Hecke findet man in häufiger. Holunder wächst meistens als Strauch oder kleiner Baum. Gut zu erkennen ist er unter anderen an seiner borkigen Rinde. Außerdem bildet er in den Zweigen ein weiches an Styropor erinnerndes Mark aus. Seine Blätter sind sind länglich und am rand leicht gezahnt. Sie riechen leicht rauchig. Gut zu erkennen ist er auch während der Blüte. Seine Blütendolden sind besetzt mit weißen bis crèmefarbenen Blüten, die intensiv süß duften. Während die Blüten Richtung Himmel wachsen, dreht sich die Dolde beim Reifen der Beeren zur Erde. Bis zum Herbst bildet er seine Früchte aus. Die Früchte sind erst grün und färben sich dann erst im Laufe der Zeit über rot nach schwarz.

Zum Sammeln hat der Holunder viel zu bieten. Im März und April können die noch ganz jungen Blätter gesammelt werden. Wenn er ab April anfängt seine Blüten zu bilden, kann man diese am besten ganz kurz nach dem Öffnen sammeln. Ungefähr ab August sind seine Beeren gereift und bereit zum sammeln. Das ist gut zu erkennen an der glänzenden, schwarzen Farbe der Beeren.

Verwendung von Holunder

Die jungen Blätter werden in der Regel gleich roh verspeist. Sie können in Salate gegeben, oder direkt gepflückt und genascht werden.

Die Blüten des Holunders erfreuen sich einer besonderen Beliebtheit. Aus den Blütendolden werden mit Zitronen zusammen das leckere Holunderblütensirup gekocht. Ein sehr altes und leckeres Gericht ist das Ausbacken der Blüten in Pfannkuchen. Aber auch getrocknet kann man sie später gut einsetzten. Zum Beispiel aufgebrüht im Tee.

Die Beeren bieten sehr viele Möglichkeiten. Sehr wichtig ist allerdings das Erhitzen der Holunderbeeren, denn roh verzehrt sind sie giftig! Durch das Abkochen werden die Giftstoffe zerstört. Da aber die Samen der Beeren noch belastet sein können, werden sie nicht mitverwendet. Es empfiehlt sich aus den gesammelten Beeren erstmal Saft zu kochen. Das geht mit einem Dampfentsafter oder durch einfaches Kochen in Wasser und anschließendem passieren durch ein Sieb. So gekocht und heiß in saubere Flaschen gefüllt ist er dafür auch sehr lange haltbar. Mit Honig oder Zucker süßen sollte man den Holundersaft dann, wenn man ihn trinken möchte. Mit dem Saft lassen sich aber auch verschiedene Dinge anstellen. Als Marmeladen und Gelees, als Grundlage für Liköre oder für verschiedene Süßspeisen kann man ihn gut verwenden.

Eine weitere sehr gute Verwendung, nicht zum Essen aber für den Schutz von Wildbienen, bieten seine Äste. Aus ihnen lassen sich sehr gute Nisthilfen für Wildbienen anfertigen. Dadurch, dass sie so ein weiches Mark haben, lassen sie sich gut aushöhlen. Richtig gebündelt können sie dann zur Eierablage von den Wildbienen genutzt werden.

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Autoreninfo

Ich bin gelernte Betriebstechnikerin mit grünem Herzchen. Ich liebe es in der Natur unterwegs zu sein und alles Mögliche zu sammeln. Es tut mir gut und zeigt mir den Wert von Ressourcen, die wir als selbstverständlich hinnehmen. Das überträgt sich auch auf meinen Haushalt. Ich möchte gerne nachhaltiger leben und denke, dass es vielen so geht wie mir…. Deshalb gibt es auch „Grüner Geht Immer“, wo ich alle meine Erkenntnisse teilen möchte. 😊



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