Sammeln Maronen in Fruchthülle am Zweig

Veröffentlicht am 29. September 2017 | von Talie

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Maronen finden, sammeln und verarbeiten

Die Edelkastanie – ein Baum mit langer Tradition

Die Edelkastanie, auch Esskastanie oder Maronenbaum genannt, hat vor allem in Bezug auf die Verwendung ihrer Früchte und dem Nutzen ihrer vielen vorteilhaften Eigenschaften, eine lange Tradition. Der Baum, der in seiner Erscheinung einem Eichenbaum oder Buchenbaum ähnelt, wird 500 bis 600 Jahre alt und trägt im Alter von 30 bis 40 Jahren seine begehrten, essbaren Früchte. Diese Früchte waren in früherer Zeit ein wichtiges Nahrungsmittel für die Menschen. Durch ihre reichhaltigen Inhaltsstoffe, liefern sie viel Energie und machen sehr satt. Aus diesem Grund waren sie, vor allem in Zeiten des Mangels, als Nahrungsersatz von großer Bedeutung. In der Küche, vor allem in der französischen, finden die Maronen auch heute noch viel Verwendung. Im Gegensatz zu früher, gelten sie heutzutage als Delikatesse und nicht als eine Armenspeise und sind dementsprechend teuer. Der Esskastanie werden außerdem seit jeher heilende Eigenschaften nachgesagt und so wurde sie schon früher zur Beseitigung verschiedenster Leiden eingesetzt.

Das Finden und Sammeln von Maronen

Braune Kastanie in einer leicht geöffneten, stacheligen Hülle

Eine Kastanie in ihrer stacheligen Hülle.

Edelkastanien findet man hauptsächlich im Süden Europas, denn dort ist es warm und das lieben die Maronenbäume. Wenn außerdem der Boden, auf dem sie wachsen sollen, einem leicht sauren Milieu entspricht, herrschen ideale Bedingungen zum Wachsen und Gedeihen der Pflanzen. Auch bei uns sind Maronenbäume einzeln verbreitet und in der Pfalzregion, in Südwestdeutschland, gibt es sogar ganze Wälder. Mit den nötigen Kenntnissen zum Aussehen, kann man eine Edelkastanie finden und die leckeren Früchte genießen. Ein Edelkastanienbaum kann bis zu 35 Meter hoch wachsen. Die Blätter sind bis zu 30 cm groß und im Sommer hellgrün. Im Herbst verfärben sie sich dann gelb und werden allmählich braun. Die Rinde des Baumes ist gräulich-braun und stark rissig. Die Blütensind weißlich bis gelb. Die Früchte sind braun uns glatt und von einer stacheligen Hülle umgeben.

Die Erntezeit reicht von September bis November, zu dieser Zeit sind die Früchte reif zum Sammeln. Zum Sammeln und Herauslösen der Früchte aus ihrer Hülle, ist es angeraten Handschuhe zu tragen, da die Schale der Esskastanien ziemlich stachelig ist. Sie erinnert vom Aussehen, auch farblich, an einen Igel. Sobald die Erntezeit beginnt, sollten die Kastanien auch gesammelt werden. Denn bei längerem Liegen in feuchtem oder nassem Gras, besteht die Gefahr von Wurm- oder Schimmelbefall. Gesammelt werden sie idealerweise in Weiden- oder Drahtkörben, in welchen sie vorsichtig übereinander gelegt werden. In einem kühlen Raum mit guter Luftfeuchtigkeit (zum Beispiel Keller) können sie dann vier bis sechs Wochen zur weiteren Verwendung gelagert werden.

Die Weiterverarbeitung nach dem Ernten

Maronen

Maronen erkennt man an dem kleinen Zipfel

Die gesammelten Früchte können im Backofen oder auch im Wasser zubereitet werden. Für die Zubereitung im Backofen wird die braune Schale der Maronen kreuzweise mit einem Messer eingeritzt, dann werden sie auf ein Blech oder einen Rost gelegt und bei 200 °C ungefähr 25-30 Minuten gebacken. Danach müssen sie kurz abkühlen und können dann geschält und gegessen werden. Noch warm sind sie besonders schmackhaft. Die Zubereitung im Wasser ist ähnlich einfach. Die Schale wird auch hierbei zuerst kreuzweise eingeritzt, dann werden die Esskastanien in einen Topf gegeben und mit Wasser bedeckt. Sie müssen kurz aufkochen und dann etwa 10 Minuten weiter köcheln. Danach wird das Wasser abgegossen und die Maronen sind fertig zum Schälen und anschließendem Genießen. Neben dem, sicherlich am bekanntesten, puren Genuss von gebackenen Esskastanien, gibt es noch viele weitere schmackhafte Verwendungsmöglichkeiten in der Küche. So als Zutat für Gemüsegerichte, Fleischgerichte, Pilzgerichte oder auch in Suppen, als Pudding oder Creme. Kleingehackt und geröstet, können sie sogar als Kaffeeersatz dienen, besonders ideal für Menschen, die auf Koffein verzichten möchten oder müssen. Zum Backen und zum Andicken von Soßen kann man Mehl aus Esskastanien herstellen und verwenden. Die Besonderheit der heilenden Eigenschaften der Esskastanie, kann für die Zubereitung von Tees genutzt werden. Dazu werden die Blätter der Edelkastanie verwendet. Dieser kann zum Beispiel bei Bronchitis und Entzündungen in Mund und Hals eingesetzt werden.

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Ich bin gelernte Betriebstechnikerin mit grünem Herzchen. Ich liebe es in der Natur unterwegs zu sein und alles Mögliche zu sammeln. Es tut mir gut und zeigt mir den Wert von Ressourcen, die wir als selbstverständlich hinnehmen. Das überträgt sich auch auf meinen Haushalt. Ich möchte gerne nachhaltiger leben und denke, dass es vielen so geht wie mir…. Deshalb gibt es auch „Grüner Geht Immer“, wo ich alle meine Erkenntnisse teilen möchte. 😊



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