Sammeln Mehlbeeren am Zweig

Veröffentlicht am 21. Oktober 2017 | von Talie

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Echte Mehlbeere – eine leckere Beere als Backzutat

Im Herbst leuchten die prächtigen Beeren der Mehlbeere rot und kräftig aus der Baumkrone hervor und laden zur Ernte ein. Die Echte Mehlbeere gehört zur Familie der Rosengewächse, welche bevorzugt bei uns auf der nördlichen Halbkugel der Erde wächst. Den Namen erhielt die Mehlbeere, weil findige Frauen die roten Beeren zu Mehl verarbeiteten und dieses für Brot und Gebäck verwendeten.

Das Finden und Sammeln von Mehlbeeren

Mehlbeerbäume werden gerne in Parks, an Straßenrändern oder anderen öffentlichen Plätzen angepflanzt, sodass sich zahlreich die Früchte zum Ernten finden lassen. Wer sie einmal kennt, wird feststellen, dass sie tatsächlich fast überall stehen und deswegen sehr gut sammeln lassen. Die Früchte der Mehlbeeren sind zwischen September und Oktober reif und zur Ernte bereit. Für die Ernte selbst, kann eine Stehleiter hilfreich sein. Ebenfalls genügend Zeit einplanen, denn es dauert ein wenig, bis man genug Früchtchen gesammelt hat. Ein Korb eignet sich für den Transport.

Der Geschmack der Früchte ist unabhängig der Fruchtfarbe, die von gelbrot bis scharlachrot reichen kann. Die verschiedenen Rottöne haben jedoch keinerlei Auswirkung auf den Geschmack und sagen auch nichts über einen Reifegrad aus. Wichtig: Die Früchte eignen sich nicht zum rohen Verzehr. Sie sind aber nicht giftig. Doch durch die enthaltene Parasorbinsäure können die rohen Früchtchen, zu Magenverstimmungen und Problemen im Verdauungstrakt führen. Durch Erhitzen wandelt sich die Parasorbinsäure in Sorbinsäure um, diese ist auch in großen Mengen verträglich. Wie viele andere Wildbeeren sind sie ein wenig bitter und benötigen Frost. Nach dem ersten Frost verlieren die Früchte ihre Bitterkeit und schmecken lecker mehlig und fruchtig.

Merkmale und typische Standorte der echten Mehlbeere

Die Echte Mehlbeere findet sich in ganz Europa, bevorzugt in den wärmeren Regionen. Sie wächst auf trockenen, kalkhaltigen Böden, in sonniger Lage. Ebenso findet sie sich in Eichen- und Buchenwäldern oder in felsigen Gegenden und dem Mittelgebirge, wie zum Beispiel in den Allgäuer Alpen.

Die Mehlbeere wird ein zwischen drei und zwölf Meter hoher Baum. Abhängig ist dies von dem jeweiligen Standort samt der herrschenden Witterungsbedingungen. Je nährstoffreicher der Boden und je mehr Sonnenstrahlen das Pflänzchen erhält, desto größer und kräftiger der Wuchs. Im Mai bezaubert die Echte Mehlbeere mit ihrer herrlichen weißen Blütenpracht, womit sie zahlreich Bienen anlockt. Der Stamm besitzt eine glatte, graue Rinde, die mit dem Alter rissig wird. Markant sind die ungleichmäßig gezackten Blätter, an deren weißer Unterseite ein dichter Haarfilz wächst.

Verarbeitung der Mehlbeere nach der Ernte

Nach der Ernte wird die Mehlbeere am besten rasch verarbeiten. Dafür bieten sich verschiedene Möglichkeiten an: Trocknung oder Verarbeitung zu Mus oder Saft. Auch Marmelade oder Sirup kann man gut aus ihnen kochen. Wichtig ist wie schon kurz geschrieben, dass die Beeren vor dem Verzehr Hitze abbekommen haben.

Für die Trocknung können die Früchte bündelweise zusammengebunden werden und dann an einem schattigen, luftigen Plätzchen aufgehängt werden. Die natürliche Trocknung, ohne Backofen oder Dörrapparat, der ebenfalls zur Trocknung verwendet werden kann, dauert mehrere Wochen. Oder: Sie kommen in den Backofen, bei rund 50 °C. Dabei die Tür des Backofens unbedingt einen Spaltbreit geöffnet lassen, damit die entstehende Feuchtigkeit entweichen kann. Am einfachsten ist es einen Kochlöffel zwischen die Tür zu stecken. Die Beeren sind vollständig getrocknet, wenn sie hart sind und ihre rötliche Farbe, in ein Braun, verwandelt haben. Die getrockneten Früchte können dann zu Mehl weiterverarbeitet werden. Um Mehl aus den Beeren herzustellen können sie in einer Kaffeemühle fein gemahlen werden, oder auch mit Mixer oder Mörser zermahlen werden. Das gewonnene Mehl hat eine leckere fruchtige Note, die leicht an Datteln erinnert. Es kann so ziemlich bei jedem Rezept als Mehlersatz genutzt werden.

Eine Marmelade aus Mehlbeeren hat einen leicht herben Geschmack. Dieser Geschmack passt hervorragend zu Wildgerichten. Mit einem Sirup aus Mehlbeeren kann man so ziemlich alles mit verfeinern. Soßen, Suppen, Getränke oder einen Schuss Sirup ins Müsli sind leckere Optionen. ähnlich sieht es mit dem Mus aus Mehlbeeren aus. Für Suppen und Soßen ist es optimal. Auch im Müsli schmeckt es lecker. Das Mus ist nur natürlich nicht so süß wie ein Sirup.

Bei allen Variationen bleiben die Früchte den ganzen Winter haltbar und verfeinern vielfältige Gerichte.

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Ich bin gelernte Betriebstechnikerin mit grünem Herzchen. Ich liebe es in der Natur unterwegs zu sein und alles Mögliche zu sammeln. Es tut mir gut und zeigt mir den Wert von Ressourcen, die wir als selbstverständlich hinnehmen. Das überträgt sich auch auf meinen Haushalt. Ich möchte gerne nachhaltiger leben und denke, dass es vielen so geht wie mir…. Deshalb gibt es auch „Grüner Geht Immer“, wo ich alle meine Erkenntnisse teilen möchte. 😊



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