Sammeln

Veröffentlicht am 8. September 2017 | von Talie

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Pilze sammeln für Einsteiger

Zum Sammeln von Pilzen wird eigentlich nicht viel benötigt. Man braucht nur einen Korb und ein Messer, eventuell eine Pilzbürste.

Zubehör zum Sammeln von Pilzen

Der Korb ist das wichtigste Utensil, da die Pilze ohne richtige Lagerung schnell verderben. Er muss stabil und Luftdurchlässig sein. In luftundurchlässigen Behältern werden die Pilze aufgrund der mangelnden Luftzirkulation sehr schnell glitschig und fehlt es an Stabilität wie bei Tüten und Taschen, bekommen die Pilze matschige Druckstellen.  Ein Weiden oder Spankorb bietet sowohl die benötigte Stabilität, als dass er auch luftdurchlässig ist und ist die wohl beste Wahl in diesem Fall. Um die gute Qualität zu bewahren sollten die Pilze locker im Korb liegen können.

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Es ist fast schon eine Grundsatzdiskussion ob man Pilze eher mit dem Messer ernten soll oder durch rausdrehen. Zu beachten ist, dass die Unterschiede zwischen essbaren und nicht essbaren Pilzen sich bei vielen Arten erst am unterem Ende zeigen. Für Anfänger gilt deshalb generell den ganzen Pilz zu ernten, da man dadurch den Fruchtkörper besser bestimmen kann und so Verwechslungen vermeidet. Als Pilz bezeichnet man im Allgemeinen nur den für uns sichtbaren Fruchtkörper.  Zum eigentlichen Pilz gehört aber das feine, unsichtbare Geflecht aus Fasern im Boden, welches auch Myzel genannt wird. Es beginnt in der Regel ab einer Tiefe von ca. 5 cm.

Bei der Ernte per Hand dreht man den ganzen Pilz am Bodenansatz heraus und bedeckt das entstandene Loch anschießend mit etwas Erde oder Laub.

Bei der Ernte mit einem Messer nimmt man das Moos um den Pilzfuß ab, hebelt dann den ganzen Pilz aus dem Boden heraus und bedeckt das entstandenen Loch anschließend wieder mit dem Moos.

In beiden Fällen schützt man durch das Abdecken das darunterliegende Myzel des Pilzes vor Austrocknung oder sonstigen Schädigungen. Das bringt neben dem Schutz des Pilzes den Vorteil, dass man auch im Folgejahr an derselben Stelle wieder gute Funde machen kann.


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Pilze finden

Essbare Pilze kann man in sehr vielen Standorttypen der Natur, wie Wiesen, Laub-, Misch- oder Nadelwäldern, finden. Fündig wird man vor allem an Stellen die nicht zu stark von krautigen Pflanzen bedeckt sind. Gute Aussichten auf einem Fund hat man besonders an feuchteren Stellen wie moosige Hänge und Mulden, aber auch an Baumstümpfen ist die Chance größer als auf dem trockenen Waldboden.

Röhrling von unten

Röhrlinge erkennt man an der schwammigen Unterseite.

Als Anfänger macht es Sinn sich auf einfach zu bestimmende Pilze zu konzentrieren. Das sind Röhrlinge, die meistens auf Waldboden gedeihen. Viele der Röhrlinge leben in Symbiose mit einer oder mehrerer Baumarten. Dabei ist der Name, wie bei Eichenrotkappe oder Birkenpilz, oft Wegweisend.

Hat man einen Pilz entdeckt sollte man nach weiteren in der Nähe Ausschau halten, denn das Myzel des Pilzes bildet meistens mehr als einen Fruchtkörper. Oft lohnt es sich auch nach einigen Tagen oder Wochen, je nach Wetter, die gleiche Stelle nochmal aufzusuchen um zu schauen ob sich neue Pilze gebildet haben. Auf jeden Fall sollte man sich seine Fundstellen für das nächste Jahr gut merken, denn dann kann man im Folgejahr dort mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder Pilze finden. Bei erfahrenen Pilzsammlern sind solche Stellen meistens ein gut gehütetes Geheimnis.

Um eine gute ausbeute zu erzielen lohnt es sich auch auf das richtige Pilzwetter zu achten. Pilze lieben Feuchtigkeit und Wärme. Nach ein paar Tagen Regen und milden Temperaturen stehen die Chancen auf gute Funde besonders hoch. Man sagt drei Tage nach dem Regen kann die suche beginnen.

Steinpilz im Wald gesammelt

Ein kleiner Maronenpilz.

Auch die Tageszeit kann Einfluss nehmen auf den Sammelerfolg. Die meisten Pilzsammler gehen frühmorgens in den Wald, bevor andere Pilzsammler schon dort gewesen waren und ihren Pilzkorb gefüllt haben.  Aber es gibt auch einen praktischen Grund. Die Lichtverhältnisse sind vom Morgen bis zum Nachmittag deutlich besser als am späten Nachmittag bis Abend, wodurch es einfacher wird die Pilze überhaupt zu entdecken. Und Gerade abends muss man außerdem darauf achten nicht die Orientierung zu verlieren, da es im Wald verdammt schnell dunkel wird. Sollte man die Gegend nicht wie seine Westentasche kennen empfiehlt es sich vielleicht sogar mit einer Orientierungshilfe wie meistens auf dem Smartphone installiert oder aber auch klassisch mit einer Karte und einen Kompass ausgerüstet zu sein.

Weiterverarbeitung von Pilzen nach dem Ernten

Nach dem Abernten müssen die Pilze richtig behandelt werden, damit man auch keine geschmacklichen Einbußen erlebt. Zunächst wird der Pilz gereinigt. Wildpilze sind für gewöhnlich aufwendiger zu reinigen als Champignons aus dem Supermarkt. Bei leichten Verschmutzungen kann man den Pilz mit einem Küchentuch abreiben. Bei größerer Verschmutzung empfiehlt sich die spezielle Pilzbürste. Die kann man auch schon zum Sammeln mitnehmen und die Pilze direkt an Ort und Stelle säubern. Das reduziert den Dreck und den Aufwand in der Küche.

Außerdem sollte man die Pilze auf Wurmstich kontrollieren. Ein Wurmstich ist ein von einem Wurm gebohrtes Loch, wie man es auch von Äpfeln kennt. Da auch ein Pilz, der von außen einwandfrei aussieht befallen sein kann, schneidet man am besten den Pilz auf und entfernt, wenn vorhanden, großzügig die befallenen Stellen.

Kontrolle auf Wurmstich beim Maronen Pilz

Wurmstichkontrolle: Den Stil anschneiden und die angefressenen Bereiche entfernen.

Pilze längs durchschneiden um auf Wurmstich zu kontrollieren

…dann den Pilz zur Sicherheit nochmal längs durchschneiden und kontrollieren.

 

Zubereitung von Pilzen in der Küche

Pilze sind leider nicht nur köstlich, sondern auch leicht verderblich. Das gesammelte Pilzgut sollte zuhause deshalb möglichst frisch weiterverwendet werden. Experten empfehlen die Pilze am besten direkt zuzubereiten. Länger als zwei Tage sollten die Pilze wirklich nicht gelagert werden. Ein guter Platz zum Lagern ist entweder der Kühlschrank oder sonst ein kühler und luftiger Ort. Eine weitere Möglichkeit: Die frischen Pilze mit etwas Öl oder Butter gar zu dünsten. Da Pilze zu 90 Prozent aus Wasser bestehen, benötigt man keine weitere Zugabe von Flüssigkeiten. Nach dem Abkühlen gehören die Pilze dann in den Kühlschrank, bei 2-4°C.

Ein einmaliges aufwärmen, was lang Zeit als schädlich eingestuft wurde, ist nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen erlaubt.  Das Pilzgericht muss aber bei einer Mindesttemperatur von 70°C gut durcherhitzt werden. Das gilt übrigens nicht nur für selbstgesammelte, sondern auch für gekaufte Pilze.


Autoreninfo

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Ich bin gelernte Betriebstechnikerin mit grünem Herzchen. Ich liebe es in der Natur unterwegs zu sein und alles Mögliche zu sammeln. Es tut mir gut und zeigt mir den Wert von Ressourcen, die wir als selbstverständlich hinnehmen. Das überträgt sich auch auf meinen Haushalt. Ich möchte gerne nachhaltiger leben und denke, dass es vielen so geht wie mir…. Deshalb gibt es auch „Grüner Geht Immer“, wo ich alle meine Erkenntnisse teilen möchte. 😊



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