Sammeln

Veröffentlicht am 11. Januar 2018 | von Talie

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Scharbockskraut – Vitamin C Lieferant mit Tradition

Scharbock ist eine altdeutsche Bezeichnung für die Krankheit Skorbut, die durch Vitamin-C Mangel hervorgerufen wird. Ein Weg für die Aufnahme von Vitamin-C war über das Kraut, dass zumindest einen seiner trivialen Namen durch die Krankheit erhalten hat – das Scharbockskraut oder auch Feigwurz genannte Frühlingsgewächs. Auf Schifffahrten wurden die Blatt- und Wurzelknollen des Krauts deshalb Fässerweise mitgenommen.

Scharbockskraut finden und sicher bestimmen

Scharbockskraut ist ein teppichartig wachsendes Kraut, mit lang gestielten Blättern. Die Form der Blätter sieht Herz bis Nierenförmig aus. Sie sind fleischig und von dunkelgrüner Farbe. Außerdem glänzen die Blätter in der Sonne wie gewachst.  Die leuchtend gelbe Blüte ist sternenförmig aus 8 – 11 Blättern und in der Mitte mit einigen Staubblättern versehen. In den Blattachseln wachsen kleine Brutknöllchen.

Eigentlich ist es fast überall in Europa anzutreffen. Grundsätzlich ist das Scharbockskraut auf nährstoffreichen und feuchten Böden zu finden. Außerdem darf es etwas schattig sein. Gute Anlaufstellen zum Sammeln sind feuchte Buchenwälder, unter Gebüschen und an Ufern von Gewässern.

Scharbockskraut sammeln

Scharbockskraut wird früh gesammelt, sobald es seine ersten Blätter zeigt. Mit der Blüte ist es nämlich schon wieder vorbei mit der Ernte, denn dann bildet sich ein Giftstoff, der das Kraut ungenießbar macht. Februar bis ungefähr April ist die beste Zeit für die Ernte. Je weiter der Frühling voranschreitet, desto mehr beißen die sich bildenden Giftstoffe und man kann dadurch sehr genau schmecken, wann die Zeit zum Ernten vorbei ist.

Gesammelt werden die Blätter des Krautes sowie die Brutknollen aus den Blattachseln. Außerdem bildet das Scharbockskraut Wurzelknollen die auch gesammelt werden können. Diese Brut- und Wurzelknöllchen sind neben dem Vitamin-C auch sehr stärkehaltig.

Weitere Verwendung von Scharbockskraut nach dem Ernten

Die gesammelten Blätter werden am besten direkt in der Frühlingsküche verwendet. Sie haben einen milden säuerliche Geschmack und eignen sich als Beigabe zu vielen Salaten, wie beispielsweise zum Kartoffelsalat oder zum Feldsalat. Ebenfalls können die Blätter direkt über warme Speisen gestreut werden oder einfach auf dem Brot gegessen werden.

Die Brut- und Wurzelknollen sollten zunächst gut gereinigt werden. Danach kann man sie beispielsweise leicht in der Pfanne dünsten und mit Gemüse darreichen. Sie könnten auch in Salzwasser kurz gekocht und dann in Essig eingelegt werden, damit man auch später im Jahr noch was vom Scharbockskraut hat.

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Ich bin gelernte Betriebstechnikerin mit grünem Herzchen. Ich liebe es in der Natur unterwegs zu sein und alles Mögliche zu sammeln. Es tut mir gut und zeigt mir den Wert von Ressourcen, die wir als selbstverständlich hinnehmen. Das überträgt sich auch auf meinen Haushalt. Ich möchte gerne nachhaltiger leben und denke, dass es vielen so geht wie mir…. Deshalb gibt es auch „Grüner Geht Immer“, wo ich alle meine Erkenntnisse teilen möchte. 😊



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