Sammeln Waldmeisterfeld

Veröffentlicht am 17. Mai 2018 | von Talie

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Waldmeister – Ein Kraut mit dem Geschmack von Frühsommer

Waldmeister mit Blüten

Die Blütendolde des Waldmeisters.

Waldmeister gehört wohl zu den traditionellsten Kräutern Deutschlands. Es gibt nur wenige Länder, wo er so viel genutzt wurde wie hier. Dabei gilt er heute als nicht essbar. Der Waldmeister ist eine Gewürzstaude, die erst nachdem man sie anwelken lässt, ihren aromatischen Duftstoff Cumarin freigibt. Dieser Stoff wird genutzt, um beispielsweise der Maibowle, Sirup oder Waldmeistertorte ihren typischen Geschmack zu verleihen. Möglichkeiten zum Aromatisieren gibt es viele. Aber auch zum Dekorieren und für seinen Duft ist er sehr beliebt. Im Mai hat er Hochsaison und wird deshalb so gerne mit dem Frühsommer und Maifesten assoziiert.

Waldmeister suchen und finden

Wie der Name schon verrät ist der Waldmeister vornehmlich im Wald anzutreffen. Er bevorzugt nährstoffreiche und kalkhaltige Böden. Als ausgesprochene Schattenpflanze wächst sie gerne in Laub- und Mischwäldern. Besonders häufig ist er in Buchenwäldern anzutreffen. Unter Bäumen und Sträuchern sollte man ihn suchen.

Die rauhe Kante vom Waldmeister Blatt

Die rauhe Kante eines Waldmeisterblattes.

Die Waldmeisterpflanze wächst als unverzweigter Stiel. Dieser ist glatt und vierkantig. Seine Blätter sitzen wie ein Ring aus 6 – 8 Blättern angeordnet, auch Quirlen genannt, an dem Stängel. An einem Stiel sind mehrere Etagen von bis zu 8 Quirlen. Einzelne Blätter sind dünn und zugespitzt, sprich lanzettlich geformt. Sie sind außerdem am Rand leicht rau. Der Waldmeister bildet kleine weiße, trichterförmige Blüten, mit 4 – 5 Blütenblättern. Die Blüten wachsen in kleinen, schirmartigen Dolden. Aus einem Wurzelstock wachsen jeweils mehrere Stängel. An guten Standorten bildet er so große Mengen.

Der Waldmeister wird am besten gesammelt bevor er seine Blüten öffnet. Gesammelt werden die Triebspitzen von den Stielen.

Verwendung von Waldmeister

Während früher noch häufig das Kraut verspeist wurde, sei es als Maistrudel oder Maispätzle und vielem mehr, wird die Pflanze heute nur noch zum aromatisieren genutzt. Der Duftstoff Cumarin steht nämlich im Verdacht bei übermäßigem Verzehr die Leber zu schädigen. In Deutschland ist inzwischen deshalb die Verarbeitung in Lebensmitteln, mit Ausnahme des Maiweins, verboten. Außerdem kann es bei übermäßigen Verzehr Kopfschmerzen und Übelkeit auslösen. Deshalb sollte auch Privat nie das ganze Kraut gegessen, sondern nur zum aromatisieren verwendet werden.

Waldmeister zum Aromatisieren

Sein volles Aroma entfaltet sich erst wenn der Waldmeister welkt. Das bedeutet, er wird zunächst gewaschen und trocken getupft. Danach wird er an einem warmen, aber schattigen Plätzchen ausgebreitet und für ein paar Stunden welken oder antrocknen gelassen.

Das getrocknete Kraut kann man in einer aromadichten Verpackung aufbewahren. Damit kann nach belieben Limonade, Wasser oder Milch aromatisiert werden. Auch für Süßspeisen wie Eis, Pudding und Kuchen kann der Waldmeister verwendet werden. Am besten lässt man das Kraut in Flüssigkeit ein bisschen ziehen. Auch heiß, als Tee, ist der getrocknete Waldmeister verwendbar. Um universal den Geschmack einzufangen kann man auch ein sehr leckeres Sirup kochen.

Mit ein paar Blüten lässt sich ein leckerer Kräuterwein herstellen. Hierfür lässt man die Blüten kurz im Wein ziehen. Das Kraut nimmt man dafür nicht, da es den Wein Bitter werden lässt.

Auch wenn der Waldmeister super lecker ist…. Man sollte ihn immer sparsam verwenden und nicht übermäßig und auf täglicher Basis zu sich nehmen. Das soll einen aber nicht abhalten ihn ab und zu als Besonderheit zu verwenden.

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Ich bin gelernte Betriebstechnikerin mit grünem Herzchen. Ich liebe es in der Natur unterwegs zu sein und alles Mögliche zu sammeln. Es tut mir gut und zeigt mir den Wert von Ressourcen, die wir als selbstverständlich hinnehmen. Das überträgt sich auch auf meinen Haushalt. Ich möchte gerne nachhaltiger leben und denke, dass es vielen so geht wie mir…. Deshalb gibt es auch „Grüner Geht Immer“, wo ich alle meine Erkenntnisse teilen möchte. 😊



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