Sammeln Hagebutten am Strauch

Veröffentlicht am 12. September 2017 | von Talie

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Wildrosen – Blüten, Blätter und Hagebutten zum sammeln

Mit dem Lied „Ein Männlein steht im Walde“ besingen auch heute noch viele in Deutschland die Hagebutte. Denn mit dem Männlein ist niemand anderes Gemeint als die Früchte verschiedener Wildrosenarten, den Hagebutten. Sie sind Bekannt dafür Vitamin C Bomben zu sein, außerdem enthalten sie viele weitere Vitamine, Antioxidantien und ätherische Öle. Hagebutten, die von uns gerne in Form von Hagebuttenmark oder Tee genossen werden, bieten zudem vielen Tieren Schutz und Nahrung.

Die bekanntesten Wildrosenarten zum Sammeln

Besonders bekannt ist die Hundsrose und die Kartoffelrose, die an Waldrändern, lichten Wäldern, Straßenrändern, Dünenheiden und auf Weiden wachsen. Große Flächen der wildwachsenden Kartoffelrosen findet man an der Nordseeküste, während man andere Arten wie die Apfelrose eher in Gebirgen findet.

Neben den Früchten lassen sich von wilden Rosen die Blätter ernten. Die Blätter sollten jung und frisch sein. Der beste Zeitpunkt zum Sammeln ist dadurch im Frühling, wenn die Wildrosen austreiben.

Auch die Blütenblätter kann man gut verwenden. Dazu muss man auf die ersten Blüten ab ende Mai warten. Die Wildrosen blühen dann über einen längeren Zeitraum, bis ca. Juli.

Die Früchte der Wildrosen sind vom späten Herbst bis in den Winter hinein sammelbar. Je Länger sie am Strauch bleiben, desto süßer werden sie, sodass man ruhig den ersten Frost abwarten sollte. Man kann sie auch ein bisschen früher sammeln, sollte sie dann aber ins Gefrierfach legen. Ein guter Zeitpunkt um auf suche zu gehen ist an sonnigen Tagen, der Vitamin C-Gehalt ist dann höher als an regnerischen Tagen. Beim Sammeln sollte man eventuell dornenfeste Handschuhe tragen, da die Wildrosen mit spitzen Dornen ausgestattet sind.

Bei der Hundsrose erntet man die Früchte am besten wenn sie vollreif, aber nicht überreif sind. Das heißt: Sie müssen eine tief orangene bis rote Farbe haben und noch fest sein. Zu diesem Zeitpunkt ist der Vitamin C-Gehalt am höchsten. Ebenso lassen sie sich dann leichter auskernen, aber auch ältere, weiche Hagebutten kann man ernten. Bei der Hundsrose reifen die Hagebutten alle ungefähr zur gleichen Zeit, sodass ein bis zwei Erntevorgänge genügen.

Die Reife von Kartoffelrosen erkennt man an der tiefroten, fast glasigen Farbe. Das Fruchtfleisch lässt sich leicht eindrücken. Anders als bei der Hundsrose reifen die Früchte nach und nach und müssen in mehreren Durchgängen gepflückt werden.

Weiterverarbeitung von Hagebutten nach dem Ernten

Die Blätter von Wildrosen können als Würze bei Eintöpfen mitgekocht werden. Sie geben einen feine Apfelnote.

Mit frisch gesammelten Blüten und Blütenblättern kann man verschiedene, meist süße Speisen zubereiten. Zum Beispiel können sie zur Rosenmarmelade verarbeitet werden. Oder man zieht sie in Milch aus und kocht einen Rosenpudding. Ganze Blüten können auch kandiert werden und beispielsweise Kuchen schmücken.

Die Früchte sind am aufwendigsten zu verarbeiten. Wenn die Hagebutten vor dem ersten Frost geerntet wurden kann man sie für ein paar Tage ins Gefrierfach legen, damit sie noch etwas süßer werden. Hagebuttenexperten sagen allerdings, dass es nicht ganz dasselbe ist wie wenn man richtigen Frost abwartet. Zur weiteren Verarbeitung wird zunächst der Kelchzipfel abgeschnitten. Danach wird die Hagebutte längs durchgeschnitten und anschließend mit einem kleinen Löffel oder Spatel entkernt. Man kann auch die Finger nehmen, sollte dann aber eventuell Handschuhe tragen da die kleinen Härchen starken Juckreiz auslösen. Die Fruchthälften und Kerne werden jeweils mit Wasser abgespült und so von übrigen Härchen befreit.

Die Kerne bzw. eigentlich Nüsschen der Hagebutte werden getrocknet und können Teemischungen zugefügt werden. Die erinnern geschmacklich an Vanille.  Für die Zubereitung kann man die Kerne grob mahlen. Alternativ kann aus den Nüsschen auch Hagebuttenöl gewonnen werden. Dazu benötigt man eine Kaltpresse. Das Öl ist kein gutes Speiseöl, kann aber für die Hautpflege verwendet werden.

Das Fruchtfleisch der Hagebutte wird weiterverwendet, um ein Hagebuttenmus oder -Mark herzustellen. Mit der traditionellen schwäbischen Art bleiben die Nährstoffe gut erhalten, dafür ist es allerdings aufwändiger. Oder man kann die Hagebutten wie Marmelade kochen. Wem das zu viel Arbeit ist, der kann die Früchte auch ungekocht weiter verwenden und zum Beispiel zum Smoothie-Mix mit dazunehmen.

Fazit zum Sammeln von Hagebutten

Dadurch dass die Hagebutte weit verbreitet ist, hat man gute Aussichten ein paar sammeln zu können. Die weitere Verarbeitung ist zwar nicht ganz ohne, aber die Hagebutte ist vielseitig einsetzbar. Schon bevor die Zitronen eingewandert sind, haben die Inhaltsstoffe der Hagebutten die Menschen gestärkt und schmackhaft sind sie auch. Also ran an die Hagebutten!

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Ich bin gelernte Betriebstechnikerin mit grünem Herzchen. Ich liebe es in der Natur unterwegs zu sein und alles Mögliche zu sammeln. Es tut mir gut und zeigt mir den Wert von Ressourcen, die wir als selbstverständlich hinnehmen. Das überträgt sich auch auf meinen Haushalt. Ich möchte gerne nachhaltiger leben und denke, dass es vielen so geht wie mir…. Deshalb gibt es auch „Grüner Geht Immer“, wo ich alle meine Erkenntnisse teilen möchte. 😊



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